Zum ersten Mal beteiligt sich Dresden am kommenden Wochenende am weltweiten Jane‘s Walk Festival. Dabei zeigen Einwohner auf von ihnen geführten Spaziergängen ihre Stadtteile, Straßen oder auch Areale mit strittigen Stadtentwicklungsfragen. Im Ortsamtsbereich Pieschen finden gleich zwei solche Spaziergänge statt.
Unter dem Motto „Grünes und Geschichtliches zwischen Trachau und Übigau“ führt Ronny Geißler die Interessierten „durch grüne Oasen und einen alten Dorfkern, entlang verwunschener Herrenhäuser zu einem Kran ohne Besitzer. Begegnungen mit einem Dresdner Maler, alten Frauen und vielleicht einer Nixe“ sind geplant, heißt es in der Tour-Beschreibung, die an der S-Bahn-Haltestelle Dresden-Trachau beginnt.
Das zweite Angebot hat die Bürgerinitiative „Wohnen am Alten Leipziger Bahnhof“ organisiert. Erika Schmidt und Pieschens Grünen-Stadträtin Kati Bischoffberger zeigen unter dem Motto „Aufgepasst, hier lässt sich was entwickeln! Auf Zickzackkurs durch ein Gebiet im Umbruch“ das derzeit heftig umstrittene Areal in der Leipziger Vorstadt. „Wir durchstreifen ein Gebiet, in dem es gewerbliche Unternehmen, bemerkenswerte historische Bauten und ausgedehnte Industrie-Brachflächen gibt. Unterwegs möchten wir uns mit den Teilnehmern über Vorzüge und Mängel solch ‚ungeordneter‘ Gebiete, deren Zukunft noch offen ist, austauschen und dazu ermuntern, sich frühzeitig mit Entwicklungszielen und Plänen für solche Gebiete zu befassen“, beschreiben Schmidt und Bischoffberger ihr Angebot. Der Spaziergang werde vom Neustädter Bahnhof über das Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs, dann entlang der Leipziger Straße bis zum Blick auf die alte Orangerie von Villeroy & Boch führen und ende mit einem Abstecher an die Elbe.
Veranstalterin des ersten Jane‘s Walk Festivals in Dresden ist „Dresden zu Fuß“, die Ortsgruppe des FUSS e.V. „Als ich das erste Mal von den Jane‘s Walks hörte, war ich total begeistert und wollte das unbedingt auch in Dresden haben“, erzählt Vereinsaktivistin Uta Gensichen und fügt hinzu. „Wir von ‚Dresden zu Fuß‘ wollen, dass vom 4. bis 6. Mai unterschiedliche Menschen zusammen kommen und über das Quartier sprechen, in dem sie leben. Und wie sollte das besser gehen als zu Fuß? Bei den Themen gibt es keine Grenzen.“ 15 Spaziergänge und einen Eröffnungsvortrag am Donnerstag haben die Dresdner Organisatoren innerhalb kurzer Zeit auf die Beine gestellt.
Namensgeberin der Veranstaltung ist Jane Jacobs, die in den USA gegen umstrittene stadtplanerische Entscheidungen und Vereinzelung in den Quartieren kämpfte. Ihr zufolge sollen Städte von allen gestaltet werden. Diesem humanen Grundgedanken verpflichten sich die Jane‘s Walks auf der ganzen Welt bereits seit 2007. Mittlerweile spazieren weltweit in über 200 Städten am ersten Mai-Wochenende Tausende Menschen zu spannenden Plätzen in ihrem Quartier. In Deutschland sind mit Dresden nunmehr sechs Städte beteiligt.
- Spaziergang „Grünes und Geschichtliches zwischen Trachau und Übigau“: Sonntag, 6. Mai, 11 Uhr, Treffpunkt ist die Treppe zur S-Bahn-Haltestelle Dresden-Trachau, östlicher Ausgang „Am Trachauer Bahnhof“
- Spaziergang „Aufgepasst, hier lässt sich was entwickeln! Auf Zickzackkurs durch ein Gebiet im Umbruch“: Sonntag 6. Mai, 16 Uhr, Treffpunkt ist am Neustädter Bahnhof, Ausgang Hansastraße
- das Programm für Dresden mit Auftakt am Donnerstag und allen Spaziergängen
- Übersicht über Jane’s Walk weltweit
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