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Hamburger Riverbus-Betreiber Fred Franken sieht Einsatz von Amphibienbus in Dresden skeptisch

Ein Amphibienbus im Linienverkehr? Der Hamburger Fred Franken ist begeistert. Das wäre eine Weltpremiere und würde viele Interessenten anziehen, ist er überzeugt. Skeptisch allerdings sieht er die Möglichkeit, das von der Hafencity Riverbus GmbH entwickelte Modell in Dresden einzusetzen. Die geringe Wassertiefe in Dresden und die kurze Distanz über die Elbe sieht er als echte Hindernisse für den Betrieb. Ein Mindestpegel von 1,50 Metern wäre optimal. In Dresden schwankt der Elbpegel im September 2018 zwischen 54 und 101 Zentimetern. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hatte die Idee eines Amphibienbusses statt einer Fähre in Pieschen als eine „spannende Variante“ für die Zukunft bezeichnet.

Der Amphibienbus in Hamburg sei für die fünf bis sechs Rundfahrten pro Tag seit April ausgebucht. Franken will ein zweites Fahrzeug einsetzen. Gemeinsam mit den Betreibern des Riverride-Floating Busses in Budapest, die bereits seit zehn Jahren mit ihrem Aphibienbus unterwegs sind, hat er die Swimbus International Kft. mit Sitz in der ungarischen Hauptstadt gegründet. „Wir bauen gemeinsam weitere Busse“, sagt Franken. Im Frühjahr 2019 soll in Hamburg der zweite Amphibienbus fahren. Ab Oktober werde dann das erste Modell für einen externen Tourismusanbieter gebaut. Woher dieser kommt, wollte er nicht sagen. „Nicht aus Deutschland“, stellt er klar. Nachfragen aus Deutschland allerdings gebe es auch.

Den Aufbau des Riverbusses erklärt Franken so: Wir haben ein Lkw-Fahrgestell von MAN verwendet. Darauf befindet sich eine Wanne, in der die gesamte Technik einschließlich der Motoren untergebracht ist. Neben dem Lkw-Diesel für die Landfahrten würden zwei Schiffsdiesel und Jet-Antriebe im Wasser verwendet. Mit diesen werde auch gesteuert. Auf die Wanne sei eine Bodenplatte montiert. Darauf befinden sich die Busaufbauten. 36 Personen und eine dreiköpfige Besatzung hätten hier Platz. „Es war das erste Amphibienfahrzeug in Deutschland. Genehmigungsrechtlich mussten wir darum eine Menge schwieriger Hürden nehmen“, erinnert sich Franken. Zu Land brauche man eine Busfahrer mit der Genehmigung zur Personenbeförderung, zu Wasser sei das Fahrzeug ein Schiff. Dafür benötige man einen Kapitän mit Patent und einen Matrosen. Knapp eine Million Euro habe die Firma in die Entwicklung des Busses investiert. Ein neu gebauter Amphibienbus würde jetzt etwa 650.000 bis 700.000 Euro kosten.

Ohne die genauen Gegebenheiten in Dresden zu kennen, stellte Franken die Frage, warum man zunächst nicht  Wassertaxis testet. Damit gebe es zum Beispiel umfangreiche und gute Erfahrungen in Rotterdam. Die Fahrzeuge könnten bis zu 12 Personen befördern, seien schnell und wären mit einfachen Steganlagen zu betreiben. Da könnte man sich zunächst einen Überblick über die Nachfrage verschaffen. Aber, so wiederholt der Hamburger, „der Einsatz eines Amphibienfahrzeugs im Nahverkehr wäre natürlich ein Riesenwurf“.

 

Eine Meinung zu “Hamburger Riverbus-Betreiber Fred Franken sieht Einsatz von Amphibienbus in Dresden skeptisch

  1. Heh‘

    Wassertaxis wie in Rotterdam! Auf der Elbe!

    Das ist eine grandios bescheuerte Idee – die müssen wir umsetzen!

    Ich sehe nicht wie kleine Boote die mit 50km/h auf der Elbe umher sausen irgendwie ein Problem darstellen könnten. Und gerade zur Elbquerung (was sind das? 150m?) gibt es definitiv keine bessere Variante als solch ein gnadenlos übermotorisiertes Gefährt.

    Wie kommen die Leute von „Eine Brücke können wir uns nicht leisten – vlt. tut’s ja auch eine Fähre?“ immer auf so absurde Schnappsideen?

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