Falschparker behindern Straßenbahn und Busse – DVB nennt Schwerpunkte im Ortsamt Pieschen

Etwa 30 Mal im Jahr sorgen Falschparker in der Burgsdorffstraße dafür, dass der Bus der Linie 80 einen Umweg nehmen muss. Dabei soll ein Halteverbotsschild an der Kreuzung zur Wahnsdorfer Straße dafür sorgen, dass der Gelenkbus hier ohne Probleme die Rechtskurve nehmen kann. Bis vor etwa vier Jahren habe es da noch eine Markierung gegeben, erinnert sich Jörg Pinter. Er ist Gruppenleiter Betriebslenkung bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. Inzwischen lehne die Straßenverkehrsbehörde aber solche Dopplungen bei der Beschilderung ab. Das Halteverbotsschild werde aber schneller mal ignoriert, meint Pinter.

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Wenn in den markierten Flächen Autos stehen, kommt die Straßenbahn nicht um die Kurve. Quelle: maps.google.com

Kommt es zu derartigen Behinderungen, entscheide zunächst der Fahrer selbst, ob er mit seinem Bus oder der Straßenbahn an falsch parkenden Fahrzeugen oder anderen Hindernissen vorbeikomme. Ist die Weiterfahrt nicht möglich, werde der Dispatcher verständigt. Der entscheidet dann vor Ort, wie weiter vorgegangen wird. Manchmal löse sich das Problem schnell, weil der Fahrer oder die Fahrerin „nur mal schnell was besorgen war“. In allen anderen Fällen, so Pinter, „werden der Abschleppdienst und die Polizei verständigt“.

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Jörg Pinter kennt die Falschparker-Schwerpunkte im gesamten Stadtgebiet. Foto: W. Schenk

„Im gesamten Stadtgebiet hat es im vergangenen Jahr 340 Störungen durch Falschparker gegeben“, nennt DVB-Sprecher Falk Lösch eine konkrete Zahl. Klarer Schwerpunkt sei mit etwa 70 Fällen die Görlitzer Straße in der Dresdner Neustadt. Dort ist die Linie 13 zwischen Mickten und Prohlis betroffen. Auch im Ortsamt Pieschen kennt Pinter weitere Schwachpunkte und nennt die Bürgerstraße als Beispiel. Hier seien es vor allem die Autofahrer, die nicht ordentlich einparken und weit ab vom Bordstein stehen. Zwischen dem Außenspiegel des Autos und dem Gleis müssen 60 Zentimeter Platz sein, damit die Straßenbahn ohne Probleme passieren könne, nennt Pinter einen Mindestabstand. Ein weiteres Beispiel sei die Wendeschleife am Dreyßigplatz. Wenn dort Autos in den deutlich markierten Bereichen links und rechts des Gleises stehen, habe die Straßenbahn keine Chance, die Kurve unfallfrei zu nehmen. Der nächste Wendepunkt für die Straßenbahn sei dann erst in Radebeul Ost. Auch am Riegelplatz gehe es manchmal eng zu. Hier würden vor allem die Autos der Eltern für Probleme sorgen, die ihre Kinder in die dortige Grundschule bringen oder abholen. Auf der Teststrecke der Linie 73 zwischen dem Haltepunkt Pieschen und Wilder Mann habe sich die Lage dagegen entspannt, sagt Pinter. Dort hätten vor allem die zugeparkten Haltestellen für Probleme gesorgt.

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Die Falschparker-Vorfälle werden genau dokumentiert – wie hier in der Görlitzer Straße. Foto: DVB

Die Kosten, die den Verkehrsbetrieben entstehen, werden den Falschparkern in Rechnung gestellt. Etwa 20.000 Euro seien dies im vergangenen Jahr gewesen, sagt DVB-Sprecher Lösch. Meist habe es sich um Beträge im dreistelligen Bereich gehandelt. Kürzlich allerdings sei eine Schadenersatzforderung mit einem vierstelligen Betrag verschickt worden. Eine Ersatzbahn, ein Ersatzfahrer, Dispatcher-Einsatz, Kosten für Halterermittlung, Abschleppdienst oder gar Taxikosten für den Weitertransport von Fahrgästen – die Folgen des Falschparkens können vielfältig sein und würden akribisch dokumentiert, meint Lösch und fügt hinzu. „Es gibt wenig Chancen, sich da rauszuklagen.“

2 Meinungen zu “Falschparker behindern Straßenbahn und Busse – DVB nennt Schwerpunkte im Ortsamt Pieschen

  1. Autofahrer haben scheinbar allgemein kein Unrechtsbewustsein bezüglich Falschparkens mehr – nicht ganz unverständlich wenn fast nie kontrolliert und erst recht nicht abgeschleppt wird.

    Und sollte man doch alle 3 Jahre mal eine Politesse angetroffen haben? Dann sind 10€ oft billiger als es ein legaler Parkschein gewesen wäre.

    Ich wundere mich jedenfalls nicht darüber dass ich z.B. jeden Tag den selben überlangen Transporter in einer PKW-Querparklücke (und damit natürlich auch auf 50% des Radweges dahinter) vor dem Haus stehen habe. Der Fahrer meint nur lapidar „irgendwo muss ich ja parken“.

    Nein, musst du nicht. Du hast keinen Anspruch auf einen Parkplatz vor der Haustür. (und in dem speziellen Fall müsste er nicht mal 100m weiter um immer freie Längsparklücken zu finden die auch für seine Karre geeignet wären). Wenn du keinen Parkplatz findest, kannst du halt nicht parken!

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