Leisniger Platz 2003

Verkehrslösung für den Leisniger Platz – Petition läuft noch bis Montag

Die Stadtverwaltung soll eine Verkehrslösung für den Leisniger Platz im Ortsbeirat Pieschen vorstellen und dort mit den Einwohnern diskutieren. Dafür hat sich Linke-Stadträtin Pia Barkow im Gespräch mit dem Onlinejournal Pieschen Aktuell ausgesprochen. Dann könnte es sowohl zur Frage nach einem sicheren Fußgängerüberweg am Haltepunkt Pieschen als auch zum Konflikt um die abbiegende Hauptstraße Leisniger Platz/Leisniger Straße Antworten geben.

Leisniger Platz Petition Aushang

An der Haltestelle weisen die Initiatoren auf ihre Petition hin. Foto: T. Tröger

„Der Ortsbeirat tagt öffentlich. Das ist genau das richtige Gremium, um mit den Einwohnern ins Gespräch zu kommen“, sagte Barkow, die selbst in Pieschen wohnt. Aus eigener Erfahrung kennt sie die Verkehrssituation am Haltepunkt. Dem Argument, dass die Straße nach dem Brückenneubau besser einsehbar sei, will sie so nicht folgen. Für die Fußgänger bestehe immer noch große Unsicherheit, besonders bei starkem Verkehr. Sie unterstütze darum auch das Anliegen der e-Petition von Anwohnern, die bereits 97 Befürworter gefunden hat.

Noch bis zum Montag kann diese Petition auf dresden.de gezeichnet werden. Die von Claudia Kunig initiierte Petition setzt sich für einen „Fußgängerüberweg im Bereich des S-Bahnhofs Dresden-Pieschen“ ein um „ein sicheres Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen“. Weit über eintausend Menschen würden täglich den Knotenpunkt nutzen, heißt es in der Begründung. Besonders für Kinder, Mütter mit Kinderwagen oder ältere Menschen sei das Überqueren der Straße ein Risiko. „Gründe hierfür sind der kaum einsehbare Straßenverlauf, das hohe Verkehrsaufkommen zu den Stoßzeiten in den Früh- und Nachmittagsstunden sowie die ortsübliche Verkehrsgeschwindigkeit von 50 km/h“, so die Petition.

Stadtverwaltung prüft Ampel oder Überweg

Die Stadtverwaltung beschäftigt sich bereits mit dem Thema. In der Antwort auf eine Anfrage von Stadträtin Barkow schreibt Oberbürgermeister Dirk Hilbert, dass „die verkehrlichen, verkehrstechnischen und verkehrsrechtlichen Rahmenbedingungen für Fußgängerüberwege oder Lichtsignalanlagen“ geprüft werden. Dafür seien „eingehende Untersuchungen auf der Basis der Straßenverkehrsordnung, der dazugehörigen Verwaltungsvorschrift sowie der aktuellen Regelwerke für Fußgängerüberwege und Lichtsignalanlagen zwingend erforderlich“.

Ämterschacher um Verantwortung

robert matzke straße karte

Ein Lösung für Fußgängerüberweg und Hauptstraßenverlauf ist gefragt. Quelle: openstreetmap.org

Damit ist noch nichts über den Zeitraum bis zu einer Lösung ausgesagt. Das kann auch Jahre dauern. Diese Erfahrung zumindest hat Werner Fischer gemacht. Ihm gehört das Haus Robert-Matzke-Straße 2 und er ringt seit fast drei Jahren mit der Verwaltung um eine Lösung für die Kreuzung Leisniger Platz/Leisniger Straße/Robert-Matzke-Straße. Er plädiert, wie auch die Stadt und die Polizeidirektion Dresden, für eine abbiegende Hauptstraße Leisniger Platz/Leisniger Straße. Nach Auskunft der Stadt hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr ( LASuV) diese Lösung bisher nicht genehmigt. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hatte dies in einer Fragestunde im Stadtrat betont.

Das Land weist die Verantwortung von sich. Fischer hatte sich an den Bürgerbeauftragten des Wirtschaftsministeriums gewandt und Antwort bekommen: „Das LASuV hatte die Landeshauptstadt Dresden bereits im Mai 2016 gebeten, zur künftigen Straßengestaltung Stellung zu nehmen. Dies erfolgte um sicherzustellen, dass die Vorgaben der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung für die geplante abknickende Vorfahrtstraße eingehalten werden und stellt reguläres Verwaltungshandeln dar. Der Aufforderung ist die Stadt bisher jedoch nicht nachgekommen.“

„Das ist einfach unerträglich. So kann man mit den Menschen nicht umgehen“, schimpft Fischer. Die Behörden würden sich gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben, statt einfach das Problem zu lösen. Da müsse man sich über den Verdruss in der Bevölkerung nicht wundern, sagt er.

Vielleicht bringt die e-Petition Bewegung in das Thema. Nach Ablauf der Zeichnungsfrist wird sich der Petitionsausschuss des Stadtrates mit dem Anliegen der Anwohner beschäftigen und eine Beschlussempfehlung verabschieden. Der nächste Schritt könnte dann die Diskussion im Ortsbeirat sein – mit Vertretern des zuständigen Straßen- und Tiefbauamtes und den betroffenen Einwohnern.

      8 Meinungen zu “Verkehrslösung für den Leisniger Platz – Petition läuft noch bis Montag

      1. Am Platz selbst ist die Situation schon schlimm – schlimmer wird es aber noch ein Stück weiter Richtung Trachenberger Platz, auf Höhe MMS-Turm. Da stehen eigentlich immer 2-3 Personen und warten bis sie über die Straße können. Gerade zu Pendler-Zeiten kommen da aber nicht nur massig Autos von rechts/links, nein auch von vorn/hinten (vom Parkplatz und aus der Risaer Straße) kommt ständig abbiegender Verkehr der überhaupt nicht auf Fußgänger wartet.

        Das ist so ziemlich eine der unübersichtlichsten und vermutlich auch gefährlichsten Ecken für Fußgänger die ich in der Gegend kenne.

      2. Svensagt:

        Ja hier bemerkt man die fehlende Schnellstraße zwischen Washingtonstraße im Südwesten und Staufenbergallee im Nordosten. Ohne diese wird sich der durchschlengelnde Verkehr in Zukunft leider immer mehr erhöhen, zum Nachteil der Bewohner der Stadt.

      3. > Ohne diese wird sich der durchschlengelnde Verkehr in Zukunft leider immer mehr erhöhen, zum Nachteil der Bewohner der Stadt.

        Das ist der klassische Fehlschluss „An Stelle X ist viel Verkehr“ – „Wir brauchen mehr Straßen“

        PKW-Verkehr kann auch weniger werden (z.B. weil Leute auf Fahrrad/ÖPNV umsteigen) und mehr Straßen erzeugen erstmal hauptsächlich mehr PKW-Nutzung.

      4. Lutz Schsagt:

        Ein Fußgängerüberweg mit „Zebrastreifen“ wäre sicher die einfachste und günstigeste Lösung, aber die Stadt ersetzt ja alle Zebrastreifen durch nervige Ampelanlagen, die dann wiederum von den Fußgängern eher umgangen werden, siehe Bürgerstrasse mit 3 Fußgängerampeln wo Zebrastreifen ausreichend wären.

      5. Klaus B.sagt:

        „……..PKW-Verkehr kann auch weniger werden….“

        Nun, wir haben die Situation das in der Agglomeration Dresden das Straßenbahnnetz völlig unterqualifiziert ist, weil es in den letzten Jahrzehnten immer weiter geschrumpft wurde, die Fläche der Agglomeration hingegen sich aber versechsfacht hat.

        In den Busse ist es zu den Stoßzeiten mehr als eng.

        Desweitern ist der Takt der sogenanten S-Bahn sowie deren Fahrzeuge keinesfalls eine S-Bahn.

        Ein weiterer Punkt ist die Tarifgrenze um das Gebiet der Stadt Dresden was dagegen spricht. So kostet eine Fahrt von Heidenau nach Landesbühnen Sachsen 6,30 € – Mit dem Auto bezahlst du unter 2€. (Aber auch in der Stadt sind die ÖPNV klarer Verlierer in den Kosten. Nimmst Du eine kurze Strecke kostet es mit ÖPNV 2,10 € – mit dem Auto 50cent – vll. 1€ – was solls)

        Hinzu kommt das je weiter die Arbeitswege sind umso mehr Zeit must du beim ÖPNV im Vergleich zum eigenen Kfz investieren.

        Also wenn Du wirklich von weniger PKW-Verkehr träumst – dann bewirb dich als Oberbürgermeister oder Landesvater und pack die Sache an.

      6. > das Straßenbahnnetz völlig unterqualifiziert ist, weil es in den letzten Jahrzehnten immer weiter geschrumpft wurde

        Und weil das mal so war, muss es immer so weiter gehen! Muss man wissen! /s
        Da ist es auch egal dass ein Ausbau geplant ist und bereits in kleinen Teilen erfolgt ist. Wir reden ja nur über zukünftige Entwicklungen.

        > In den Busse ist es zu den Stoßzeiten mehr als eng.

        Was ja wohl für mehr Busse spricht. Oder was war der Punkt dieser Aussage?

        > Desweitern ist der Takt der sogenanten S-Bahn sowie deren Fahrzeuge keinesfalls eine S-Bahn

        Aha, S-Bahn wird es erst ab welchem Takt? Das ist doch hahnebüchen.

        > So kostet eine Fahrt von Heidenau nach Landesbühnen Sachsen 6,30 € – Mit dem Auto bezahlst du unter 2€. (Aber auch in der Stadt sind die ÖPNV klarer Verlierer in den Kosten. Nimmst Du eine kurze Strecke kostet es mit ÖPNV 2,10 € – mit dem Auto 50cent – vll. 1€ – was solls)

        Klar! Ein PKW erzeugt ja auch keinerlei Nebenkosten und selbst Parken ist immer und überall kostenlos. Die Rechnung ist einfach albern.

      7. Agnessagt:

        >Aha, S-Bahn wird es erst ab welchem Takt? Das ist doch hahnebüchen.<

        Sorry Herr Tod. Wenn Sie nicht wissen was ein S-Bahn ist, dann fahren Sie BITTE mal in eine andere deutsche Großstadt – stellen sich an eine Station und messen mal wie lange es dauert zwischen einer S-Bahn und der nächsten S-Bahn. Das Ergebniss wäre dann der Takt!

      8. @Agnes

        Welche Stadt wäre denn genehm? So viele gibt’s ja nicht in Deutschland

        https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Karte_S-Bahnnetze_in_Deutschland.svg

        Und da zählt Magdeburg oder so bei euch bestimmt auch nicht mit rein, weil halbstündig ist ja „keine richtige S-Bahn“?

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