Historie zum Entdecken: Auf der Fernstraße B96 von Zittau nach Sassnitz

512 Kilometer ist sie lang und schlängelt sich durch Sachsen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg Vorpommern: Die legendäre Fernstraße B96. Entlang der alten Grenzgebiete Ostdeutschlands erzählt die Straße von dem, was war und wie es heute ist.

Beginnend im sächsischen Zittau verläuft die ehemalige Straße der Republik durch kleine Ortschaften, bedeutende Städte der DDR und endet an der Ostsee im beschaulichen Ort Sassnitz. Das Wellenrauschen an der See ist das Ziel der Reise, die eine Mischung aus Geschichtsstunde und Urlaub ist. Durch ihre historische Vergangenheit und die Zeugnisse vergangener Tage ist die B96 für Road Trips besonders bei Wohnmobil-Liebhabern gefragt.

Von Zittau aus kann die B 96 von ihrem Ursprungsort abgefahren werden. In dem sächsischen Örtchen, das sich aktuell als Kandidat für die Europäische Kulturhaupstadt 2025 aufstellt, können auch Reisende aus Österreich und der Schweiz den Mietwagen unter www.billige-mietwagen.ch reservieren und die Fahrt starten. Das Erleben deutscher Geschichte wird auf dieser Route lebendig.

Träume am Straßenrand

Zu DDR-Zeiten hieß die Fernverkehrsstraße F96, nicht B96. Sie war die Ferienstraße zu den Urlaubszielen – an die Ostsee, an die Seen in Mecklenburg, nach Berlin mit dem Tierpark und dem Fernsehturm, ins Dreiländereck und das Zittauer Gebirge. In Berlin wartete für viele auch die Offenbarung, dass es mehr gab als Landwirtschaft, Überwachung und Probleme. Nicht alle Abschnitte der F96 waren asphaltiert, es gab auch lange Strecken mit Kopfsteinpflaster. Wer seinen Urlaub auf der Insel Rügen verbringen wollte, musste nach langer Fahrt noch einmal Wartezeit einplanen. Der Rügendamm war damals ein echtes Nadelöhr. Mindestens sechs Mal am Tag musste die Zugbrücke für die Schifffahrt geöffnet werden. Erst 2007 wurde nach dreijähriger Bauzeit die neue Brücke, Deutschlands größte Schrägseilbrücke, eingeweiht.

Die F96 führte zum Alex mit Weltzeituhr, Kaufhaus und Fernsehturm – ein beliebtes Ziel zu DDR-Zeiten. Foto: Archiv

Den Spitznamen „Deutsche Route 66“ bekam die Straße nicht von ungefähr. Schon in den 60er Jahren galt die B 96 als meistbefahrene Strecke der DDR.
Doch nicht nur Orte wie Cottbus oder Lübbenau prägen das Bild. Die versteckten Naturschönheiten, wie der europaweit einzigartige Spreewald, sind sehenswerte Highlights, die jeder Reisende auf der B 96 sehen sollte. Oder wo auf der Welt kann man in einem Paddelboot durch Wasserläufe fahren, die insgesamt mehr als 300 Kilometer Länge ergeben? Wasserkarten geben Besuchern einen Überblick für das besondere Naturerlebnis.
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Bild einer Gesellschaft

Die vielen Ortschaften, die man auf der Fahrt passiert, sind Zeugen der Vergangenheit. Diese gibt man nicht so schnell her. Das zeigte zum Beispiel der Protest der Bewohner in Klempenow, als sie sich gegen die Neubenennung der B 96 in L 35 wehrten. Von Identitätsverlust und dem Raub der eigenen Geschichte war die Rede. Vielen Menschen blieb nach der Wende nicht viel mehr übrig als die Erinnerungen. Den Bauämtern und Straßenverwaltungen war dies egal. Doch dem Flair der B 96 konnten auch temporäre Namensänderungen nichts anhaben.

520 Kilometer von Zittau nach Sassnitz: Die B96 hieß zu DDR-Zeiten F96. Foto: Archiv

Umso erfreulicher ist es, dass Touristen und Besucher aus dem Ausland in Freiluftmuseen, dem Motorradmuseum Hoyerswerda oder im Museumsdorf Glashütte auf den Spuren der ostdeutschen und sächsischen Gesellschaft wandeln können. Anschaulich und mit viel Liebe wird Interessierten näher gebracht, was die ehemalige Zeit auszeichnete. Die Frage nach Ost- und Westdeutschland ist auch nach 30 Jahren ein wichtiger Aspekt, der das Leben in den Ortschaften bestimmt. Ausgebaute Straßen und die günstige Verkehrslage der Orte machen es einfach, in die Historie Deutschlands einzutauchen.
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Zeit ist wichtig

Wer die deutsche Geschichte erleben will, sollte vor allem eines mitbringen: Zeit. Gute zwei Wochen können Touristen auf dem Weg von Zittau in Sachsen bis nach Sassnitz in Mecklenburg-Vorpommern verbringen und unterwegs auch die brandenburgischen Landschaften genießen. Alternativ kann man auch mit dem Mietwagen von Berlin aus starten. Über https://www.happycar.de/ lassen sich im Vorfeld die gewünschten Fahrzeuge vorbestellen.