Mobiles Parklet macht für zwei Wochen in der Konkordienstraße Station

Ein mobiles Parklet – das ist ein gemütlicher Sitzwagen – macht ab Mittwochnachmittag für 13 Tage Station in der Konkordienstraße in Pieschen. Welche Idee sich hinter dem Anhänger mit seinen Aufbauten zum Sitzen und Verweilen verbirgt, erklärt Anja Wittich, Leiterin der Geschäftsstelle des BUND Dresden. „Wir wollen Anregungen vermitteln, wie der Stadtraum genutzt werden könnte, wenn dort keine Autos parken“, sagt sie. Man wolle die Menschen einladen, miteinander über die verschiedenen Nutzungsideen ins Gespräch zu kommen.

Drei Stellplätze werden für das Aufstellen des Anhängern zeitweise benötigt. Foto: W. Schenk

Damit für das Parklet öffentliche Parkflächen genutzt werden können, wurde ein Autoanhänger gekauft und umgebaut. Weil man in Leipzig fündig wurde, hat er noch das entsprechende Kennzeichen. Die Ladefläche erhielt Sitzflächen aus Holz und Platz für eine Bepflanzung. Auch ein Mülleimer gehört zur Ausstattung. Für das Aufstellen des Anhängers ist eine Sondergenehmigung der Stadt erforderlich. Darum kümmert sich die BUND-Geschäftsstelle. An den jeweiligen Standorten sucht der BUND dann Verbündete für die Betreuung.

„Wie waren froh, dass sich das Büro vom Verein ‚Zukunftsgestalten‘ und Änne Stange mit ihrem Café bereit erklärt haben, für zwei Wochen die Obhut über die mobile Sitzgelegenheit zu übernehmen“, sagte Wittich. Mülleimer und Aschenbecher müssen geleert, notfalls auch die Sitzflächen aufgeräumt werden. „Auch wir fragen uns: Wie können öffentliche Orte der Begegnung für uns aussehen? Wie viel Raum sollten unsere Autos einnehmen? Wie wollen wir öffentlichen Raum nutzen?“, sagte Katja Schiffner vom Verein Zukunftsgestalten und fügt hinzu. „Um darüber ins Gespräch zu kommen oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen, laden wir alle ein, das Parklet zu nutzen.“ Bei Längsparkern werden zwei Stellplätze benötigt, beim Querparken wie in der Konkordienstraße sind drei Parkplätze erforderlich. Sie werden während dieser Zeit nicht nutzbar sein.

Ohne Helfer geht es nicht: Grünpflanzen müssen gegossen, der Papierkorb geleert werden. Foto: W. Schenk

Das „Mobile Parklet“ ist 2022 im Rahmen des Projektes Zukunftsstadt Dresden entstanden. „Ziel des Projektes ist es, Menschen zu ermutigen, sich mit Ideen für eine gerechtere, lebenswerte und nachhaltigere Gestaltung des öffentlichen, innerstädtischen Straßenraums auseinanderzusetzen. Das bedeutet den Status quo der Dominanz von Fahrzeugen des motorisierten Individualverkehrs nicht länger als alternativlos hinzunehmen“, heißt es dazu in der Projektbeschreibung.

Nach Auslaufen der Projektförderung hatte der BUND Dresden das Parklet in eigene Regie übernommen. Das erfordere viel Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und funktioniere nur mit Spenden, so Wittich. In diesem Jahr stand das Parklet bereits an mehreren Orten in der Neustadt und seit 1. Juli in der Königsbrücker Landstraße in Klotzsche – nahe der Buchhandlung und dem Softeis-Laden. Die Aktion sei auf Zustimmung, aber auch auf Ablehnung gestoßen, sagte Wittich. Überwogen habe aber letztlich das positive Echo. Während der „Political Art Days“ Ende September wird der gemütliche Sitzwagen im Zentralwerk in der Riesaer Straße aufgebaut. Für den Winter sucht der BUND Dresden noch eine – kostenlose – Unterstellmöglichkeit.

31 Meinungen zu “Mobiles Parklet macht für zwei Wochen in der Konkordienstraße Station

  1. Jörg Trost sagt:

    Und wie wird der Hänger an- und abtransportiert?
    Dann bitte auch OHNE Auto …

    • Stefan sagt:

      Und direkt im ersten Kommentar: gleich ein ganz typisches Totschlagargument, um eine Debatte im Keim zu ersticken. Das eigene Auto lässt sich hier keiner nehmen! Und überhaupt, mehr Parkplätze für alle! – Das übliche halt. Es geht hier aber insbesondere um die Nutzung des knappen Platzes. Dass Autos eigentlich Stehzeuge sind, die enorm viel Platz wegnehmen, ist halt eine Tatsache, deren Sinn durchaus hinterfragt werden darf. Sehr gut konnte man sehen, wie viel Platz die parkenden Autos eigentlich einnehmen, als die Fernwärme in Pieschen verlegt wurde. Als die Dimensionen der leeren Straßen mal zu sehen waren, hat man erst richtig einen Eindruck davon bekommen, wie viel Platz da den größten Teil des Tages mit Blech vollgestellt wird. In anderen Städten/Ländern ist man schon viel weiter und zeigt, wie lebenswert Stadtviertel sein können, wenn Autos keine Priorität mehr haben.

  2. palisadenhonko sagt:

    gute sache! habe das oft in anderen städten gesehen, die parkflächen zu sitzgelegenheiten, pflanzenkübeln und außengastronomie umfunktioniert haben. keine große sache eigentlich, aber riesige verbesserung an aufenthalts- und lebensqualität.

  3. Gunter sagt:

    @Stefan Was regst du sich auf? @Jörg Trost hat nur eine Frage gestellt. Die Antwort hast du aber nicht geliefert, dafür viel bla bla

    • Stefan sagt:

      Ich rege mich überhaupt nicht auf. Die Frage der Aktion ist jedoch: „Wir wollen Anregungen vermitteln, wie der Stadtraum genutzt werden könnte, wenn dort keine Autos parken“. Es geht also darum, tote Parkplätze in Lebensräume zu verwandeln.
      Die Frage von Jörg ist dagegen, wie die Aktion organisiert ist. Kann man hinterfragen, trägt aber nichts zur eigentlichen Fragestellung bei. Natürlich muss ein (umgebauter) AUTOanhänger entsprechend gezogen werden, weil das Projekt mobil an verschiedene Standorte gebracht wird. Alternativ dazu könnte man direkt beginnen, Parkplätze in Flächen für Gastro, Spielplätze, Grünflächen, Radwege etc. umwandeln, ganz ohne Dialog.
      Aber offensichtlich geht es beim Thema Auto ja nicht um Dialog, sondern um Status quo.

  4. Gunter sagt:

    Um was es bei der Aktion geht wurde ja schon im Beitrag beschrieben. Das muss nicht noch mal von dir wiederholt werden.
    Jörg hat ja nur eine Frage gestellt. Diese vielleicht etwas provokativ, aber eventuell empfindet er das mobile Parklet ebenso. Wir wissen es nicht, er hat es uns in seinem Kommentar nicht mitgeteilt.

    Also muss man seine Meinung nicht gleich herabwürdigen.

    Dass es im Leben eigentlich zu allen Dingen unterschiedliche Meinungen gibt, so auch bei der im Beitrag beschriebenen Aktion, sollte von jedem akzeptiert werden. Wer einen Dialog anschiebt und glaubt, dass nun alle sich am Dialog beteiligen, bloß weil er ihn als Initiator so besonders wichtig, gut, überfällig … erachtet, muss aufpassen, dass aus einem Dialog kein Monolog wird und ihm keiner mehr zuhört.

    • Stefan sagt:

      Dann stelle ich auch mal Fragen. Geht es darum, dem Diskurs inhaltlich etwas beizutragen? Oder geht es einfach nur darum, das Projekt zu diskreditieren?
      Übrigens gibt es überhaupt keine Erwartungshaltung, dass sich jeder am Dialog beteiligen muss. Wenn man es dann aber aus freier Entscheidung doch tut, wäre es halt gut, wenn es ums Thema geht. Ich habe hier jedenfalls bisher sehr wenig gelesen, was zur Fragestellung beiträgt.

  5. Dieter Schmitz sagt:

    @steffen
    @gunter

    Bin jetzt verwirrt. Was muss ich wie verstehen? Was ist eine Meinung? Und somit zulässig, wegen der Meinungsfreiheit und so. Und was ist unzulässig, weil man es nicht hören möchte?

    Gleich noch eine Frage. Was ist Polemik?

    Wer entscheidet über einen Maulkorb?
    Fragen über Fragen.

  6. Enrico Benke sagt:

    Hallo und wo kann mann so was kaufen. Und wie teuer wäre es .

  7. Queen sagt:

    Und keiner bemerkt, dass die Fotos vom Standort in Klotzsche stammen und nicht aus der Konkordienstraße … 😉

    • Der Beitrag ist am Dienstag erschienen und kündigt den Umzug des Parklets nach Pieschen für Mittwoch an. Da wäre es seltsam, wenn es schon ein Foto vom neuen Standort gäbe, oder?

    • Schweesdo Onie sagt:

      Dranbleiben! Sie sind da was ganz Großem auf der Spur!

    • Quarkbesen sagt:

      Für die Provinzstadt Dresden ist es tatsächlich etwas ganz Großes !!!
      In der Alaunstraße (Neustadt) gibt es nun zumindest zwei stationäre Erweiterungen von Gastronomieflächen auf Parkplätze. Super Sache, in anderen Städten gibt es das zigfach, summiert manchmal die halbe Geschäftsstraße lang. Super Sache, kluge Sache, man muß sich schon entscheiden ob einen weiterhin Stumpfsinn leitet oder doch besser intelligentes Mitdenken, wenn man solche positiven Dinge im „Meinungsspektrum“ zu zerquatschen sucht.

  8. Thomas Leonardi sagt:

    Liebe Mitmenschen! Was für eine Idee – man schenke den Initiatoren etwas mehr logisches Denken! Da steht doch tatsächlich: „Bitte Autos umparken!“ Wohin bitte? Wird hier nicht etwas übersehen? Einen Steinwurf weiter kann man herrlich am Elbufer sitzen (hier wären etwas mehr Papierkörbe angebracht!). Oder wollen wir auf der Konkordienstrasse in diesem hässlichen Mobil sitzen und die Autos dafür an den Elbwiesen parken? Es ist manchmal unfassbar, was für Ideen umgesetzt werden!!!! Mit sonnigen Grüßen Thomas Leonardi

  9. Mandy sagt:

    Wodurch finanziert sich der BUND und wieviele Personen sind dort angestellt?

    • Besucher23 sagt:

      Es gibt da so coole neue technische Hilfen, die heißen Suchmaschine. Ich habe das mal für dich übernommen: https://www.bund.net
      Aber man mag es kaum glauben: in Vereinen engagieren sich Menschen auch ohne Anstellung. Völlig verrücktes Konzept!

  10. Karl der Baumstreichler sagt:

    Großartige Idee mit sensationeller Umsetzung!

    „Wir wollen Anregungen vermitteln, wie der Stadtraum genutzt werden könnte, wenn dort keine Autos parken“ – man könnte den Stadtraum auch als Wald nutzen, wenn dort keine Häuser stünden und Straßen verliefen.

  11. Schweesdo Onie sagt:

    Ich finde die Idee sehr gut und als Denkanstoß offensichtlich auch notwendig- anscheinend fällt es manchen Menschen doch etwas schwer, über den Tellerrand des Gewohnten zu sehen. Ich kann das verstehen- wenn man Jahrzehnte z.B. die autofreundliche Stadt als Ideal propagiert bekommt, dann wirken korrigierende Ideen erst einmal fremd, für manche gar bedrohlich. Aber die Zeiten ändern sich nun mal, und wir uns mit ihnen – bei einigen dauert es halt etwas länger…

    • Thomas Leonardi sagt:

      Aber klar ist doch auch eine Sache, dieser spezielle Fall ist kompletter Unfug mit den aufgeführten Argumenten. Umdenken JA, aber nicht so unvollkommen!!!

    • Schweesdo Onie sagt:

      Ich glaube, in diesem Fall liegt das Umdenken nicht darin, dass man sein Auto an die Elbe umparkt. Sondern darin sich zu fragen, ob so viele Stehzeuge tatsächlich gebraucht werden, und ob man den Platz, den sie dabei verbrauchen, nicht sinnvoller nutzen könnte. Persönlich finde ich das einen durchaus sinnvollen Denkanstoß. So wie es ist kann es nicht bleiben…

    • hasso peter sagt:

      @Schweesdo, ob es so bleiben kann, überlassen Sie mal lieber den Bürgern. Fehlende Parkplätze führen zu Gentrifizierung der Leute, die aufs Auto angewiesen sind und daher einen Parkplatz brauchen. Die Gewerbe werden auch nicht glücklich darüber sein, dass sie selber nicht mehr parken können und ihre Kunden auch nicht und daher wegbleiben. So weltfremd können nur Grüne und Linke denken. In Berlin wurde der Unsinn in der Friedrichstraße nach massiven Beschwerden wieder beendet.

    • Schweesdo Onie sagt:

      @hasso Vielen Dank, dass Sie so freundlich sind, ein Paradebeispiel für den von mir angesprochenen Personenkreis zu liefern. Aber sobald Ihr kochendes Blut wieder Normaltemperatur hat, werden Sie viellleicht bemerken, dass nirgendwo die Rede davon ist, auf einen Schlag ALLE Parkplätze abzuschaffen. Sie können auch gerne Ihre Augen vor dem gesellschaftlichen Wandel fest zukneifen – kommen wird er trotzdem. (Nur, um weiteren Missverständnissen vorzubeugen: Ich rede hier von langen Zeiträumen- ich glaube nicht, dass Sie Angst haben müssen, nächste Woche keinen Parkplatz mehr in Laufweite Ihrer Wohnung zu finden…)

    • hasso peter sagt:

      @Schweesdo: der gesellschaftliche Wandel findet nur in Ihrer Fantasie statt und ist reines Wunschdenken. Die Anzahl der Autos nimmt stetig zu und das heißt, dass die Menschen individuell mobil sein wollen. Durch solche Aktionen wie mit den Parklets werden Maßnahmen gegen die Bevölkerung durchgeführt. Das spiegelt sich übrigens irgendwann auch in den Wahlergebnissen nieder, weil die Menschen langsam aber sicher die Nase voll haben.

    • Besucher23 sagt:

      Gerade @hasso zeigt, wie gut die Gehirnwäsche der Autolobby funktioniert. Und da ist der Blick über den Tellerrand auch absolut verpönt. Das es tatsächlich praktisch anders geht, zeigen eine Vielzahl auch großer internationaler Städte.
      Wenn man es sich allerdings in der eigenen kleinen Welt so bequem gemacht hat, dann ist man halt resistent gegen Veränderung. Hier im kleinstädtisch denkenden Dresden wird noch echte Verkehrspolitik für die Bürger und ihre Autos gemacht. Eigentlich müsste Sachsen da auch einen Verkehrsminister der CSU haben.

    • Schweesdo Onie sagt:

      @hass Ob gewünscht oder nicht- Gesellschaft wandelt sich IMMER. Zeigt die Geschichte. Dem, der hinschaut…
      Mein Eindruck ist, dass immer mehr Menschen es satt haben, den Nutzen von etwas zu privatisieren und die Kosten dafür zu sozialisieren. Der motorisierte Individualverkehr ist dafür das Paradebeispiel, denn die Kosten in Form von Umweltverschutzung, Lärm, Gefährdung und fehlendem Platz in den Straßen tragen alle – auch die ohne Auto. Den Nutzen von Ihrer Karre haben nur Sie. Neoliberales Denken aus dem letzten Jahrhundert, wenn Sie mich fragen. Nachhaltigkeit geht anders.
      Aber mir ist schon klar, dass ich Sie nicht werde überzeugen können: Wer ein Parklet (!) für eine „Maßnahme gegen die Bevölkerung“ hält, die mittelfristig sogar zum Umsturz führen wird (wenn ich Ihr Geraune richtig verstanden habe), dem braucht man nicht mit Argumenten kommen.

    • hasso peter sagt:

      @Schweesdo Sie wollen Ihr Gutmenschentum wie in einer Diktatur mit Zwang durchsetzen,, weil Sie ja ein guter Mensch und deswegen moralisch dazu berechtigt sind. Natürlich ändern sich die Gesellschaften, aber in Bezug auf das Auto scheint das noch nicht so zu sein, sonst wären die Straßen schon leer, weil die Leute freiwillig aufs Auto verzichten. Das ist aber nicht so und deswegen müssen solche sinnfreien Parklets hingestellt werden, um Parkplätze zu blockieren. Denn bist du nicht willig, blockier ich halt deinen Parkplatz. Welche Gehirnwäsche der Autoindustrie soll bei mir stattgefunden haben? Ich wollte schon zu DDR Zeiten ein Auto haben. Hat mich da vielleicht die SED schon manipuliert?

    • Schweesdo Onie sagt:

      @ hass Ich weiß ja, dass es unglaublich schwer ist, aber versuchen Sie doch einmal, aus dem Gefängnis Ihrer Gewohnheiten und Parolen auszubrechen: Wer genau zwingt dem anderen seinen Lebensstil auf: Diejenigen, die für zwei Wochen einen Parkplatz umwidmen, um auf Alternativen hinzuweisen, oder diejenigen, die auf Kosten aller allüberall ihre Blechkisten hinstellen,jährlich tausende Menschen töten oder verkrüppeln, die Luft und die gesamte Umwelt auf Äußerste belasten und dabei bräsig darauf verweisen, dass man es ja schon immer gemacht hat? Wer genau ist denn da der Diktator? Einfach mal nachdenken! Mit „Gutmenschentum“ hat das übrigens wenig zu tun, mit moralischer Überlegenheit auch nicht- es geht einfach mal darum, hinzusehen. (Ich nehme Ihr Kompliment trotzdem dankend an, auch wenn ich mich selbst nicht als „guten Menschen“ bezeichnen würde. Aber manchmal gebe ich mir Mühe. Zum Beispiel, indem ich versuche, einen Leserbriefdialog zu führen, auch wenn von der anderen Seite nur Parolen, aber keine Argumente kommen.)

  12. habekeinautomehr sagt:

    in münchen gibt es ganze straßen nur mit parkletts & co. 🙂

    https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/verkehrswende-klima-muenchen-kolumbusstrasse-100.html

    • palisadenhonko sagt:

      cooles projekt! aber meine güte, diese christian dior tragende karen die sich über spielende kinder aufregt die sich erdreisten jetzt den öffentlichen raum zu nutzen (und keine angst haben müssen unter vorbeifahrende autos zu geraten) und das vor IHREM fenster! mein armer blutdruck…

  13. Stefan sagt:

    Es ist schade, dass offenbar ein gewisser Anteil der Menschen dieses Projekt ausschließlich als Angriff (auf sich als Person) verstehen, mit dem Ziel ihnen ihr Leben kaputt zu machen und wegzunehmen. Oder gar als politische Agenda, obwohl gerade in Dresden Verkehrspolitik immer noch vorrangig für den Autoverkehr stattfindet. Daran lässt sich der politische Frust wohl kaum festmachen, aber Hauptsache es sind immer nur die anderen Schuld.
    Nicht jedoch wird hier eine Chance zuerkannt, über Dinge zu reflektieren, sie zu hinterfragen. Mit sich selbst oder anderen zu bewerten, ob Dinge gut sind oder anders gut sein können. Man könnte auch zufriedener sein, als man es im Moment ist. Menschen, die kein Auto haben, würden z.B. von weniger Parkplätzen und mehr Grün profitieren. Menschen, die ihr Auto (perspektivisch) abgeben, hätten weniger Ausgaben und müssten keinen Parkplatz mehr suchen (das scheint einigen ja massiven Stress zu bereiten). Menschen, die (wirklich) zwingend aufs Auto angewiesen sind, würden durch weniger Autos weniger im Stau stehen. Ist es denn schlecht, so ein Gedankenspiel anzustoßen? Dadurch geht nichts verloren. Und es hat auch nichts mit einer Diktatur zu tun. Leute, die so etwas behaupten, sollten den Begriff ganz dringend nachschlagen und nicht so inflationär abnutzen!
    Bis jetzt konnte jedenfalls noch nie gezeigt werden, dass es durch mehr Straßen weniger Stau gibt. Ähnlich verhält es sich wahrscheinlich mit Parkplätzen. Daher werden es wohl zwei harte Wochen in der Konkordienstraße werden, wenn die drei Parkplätze fehlen. Aber die Zeit wird vergehen und vielleicht kommen danach die Parkplätze zurück. Oder vielleicht gibt es irgendwann andere Ideen.

  14. Rainer Witz sagt:

    Die alte Leier. Auf der einen Seite die, die den Luxus haben, kein Auto zu benötigen und damit was Gutes für die Umwelt tun und auf der anderen Seite die, die auf ein Fahrzeug angewiesen sind.

    Manchmal (!) finde ich, dass die schwarz/weiß Seiten sich hier in unnötige Grabenkämpfe verwickeln lassen. Beide Seiten haben doch dabei für ihren individuellen Lebensentwurf recht und keiner sollte dem anderen sagen, dass er falsch liegt. Es gibt da ganz viel grau dazwischen. Unsere Grünenvertreterin hier ist inzwischen auch von Car-Sharing auf ein eigenes Fahrzeug gewechselt, weil es doch einfach praktischer ist….

    Viel interessanter ist doch der ganz große Blick! Durch den Fokus auf den ÖPNV, die Erschwerung, Verteuerung und Abschaffung des motorisierten Individualverkehrs findet tatsächlich ein gesellschaftlicher Wandel statt. Nämlich weg vom Individualismus, hin zur Uniformität. Oma/Opa krank und im Krankenhaus in einer anderen Stadt? Schnell Hinfahren? Schade, alle Sharing-Cars im Umkreis ausgebucht. Verabschieden kann man sich auch am Sarg.
    Den Kindern mal die schöne sächsische Heimat zeigen? Mal abseits von Raten und Bastei durch die sächsische Schweiz wandern? Wird überbewertet.
    Mal spontan am Wochenende ans andere Ende der Stadt ins Erlebnisbad? Aber gerne doch! Laut DVB brauche ich mit Laufwegen nur knapp 45 Minuten, 2 Umstiege und eine Busfahrt dorthin. Immer wieder ein Vergnügen mit zwei Kleinkindern und vollen Badetaschen.
    Ein Arbeitsplatz, der für den Mitarbeiter wie maßgeschneidert ist, doch er wohnt 3 Städte weiter? Pech gehbat, gibt bestimmt auch andere Arbeitsstellen mit „irgendwas mit Menschen“ in Reichweite des ÖPNV…

    Ich weiß, etwas überspitzt, aber wenn ich bedenke, wie viele der schönen, kulturell und wissenstechnisch wertvollen Ausflüge ich mit meinen Eltern gemacht habe, die mich persönlich weitergebildet und geformt haben und welche davon ohne Auto gar nicht möglich gewesen wären….
    Sollen die Leute doch bloß alle in ihrem Bezirk in ihren teuren Mitwohnungen sitzen, für das Auto ist für Familien innerstädtisch eh kaum Geld übrig. Back to Industrielle-Revolutions-Verhältnisse (Arbeiten um zu Leben ohne Geld für Vermögensaufbau), nur in schön und gesund.

    Der obere Text ist nur ein Gedankengang, der zum Nachdenken anregen soll. Mir ist klar, das jeder, wie schon erwähnt, aufgrund des eigenen Lebens auch eine eigene Meinung hat, die ich respektiere und nicht ändern möchte.
    Ich persönlich bevorzuge als Verkehrswende eher den Wechsel auf umweltfreundlichere Fahrzeuge, Ausbau der Ladestruktur und sinnvollere Fahrzeugkonzepte als aktuell von den Herstellern fokusiert (Warum wurden die praktischen Familien-Vans bei allen Herstellern gestrichen? Jetzt brauchen Familien mit etwas mehr Platzbedarf einen Bus oder Handwerkerwagen, die noch mehr Platz benötigen)

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