die florale Art: Ulrike Rentzsch hat jetzt ein Blumengeschäft in der Bürgerstraße

Der Drang nach etwas Neuem und der Zufall haben Ulrike Rentzsch in die Bürgerstraße geführt. Etwas Neues wagen will die gelernte Floristin auf der Neustadtseite der Elbe, nachdem sie rund zehn Jahre auf der Altstadtseite in Blumengeschäften gearbeitet hat. „Hier sind die Menschen irgendwie anders und entspannter“, ist sie überzeugt. „Etwas experimentierfreudiger und nicht immer nur das, was es schon immer gab“, fügt sie auf die Frage hinzu, was damit gemeint sei. Ein Spaziergang mit ihrem Freund hat sie dann zufällig an der ehemaligen Baguetterie in der Bürgerstraße vorbeigeführt. Die vom Betreiber geplante Übergabe in neue Hände war vergangenes Jahr gescheitert. „Das ist der richtige Ort zur richtigen Zeit“, hat sie sich gesagt und die Telefonnummer angerufen, die auf dem Zettel am Schaufenster stand.

In der ehemaligen Baguetterie ist jetzt ein Blumengeschäft. Foto: W. Schenk

Sechs Wochen waren Zeit, den Gastraum der Baguetterie in einen Raum zu verwandeln, in dem sie ihre Floristik präsentieren kann. Die Esstische an den beiden Schaufenstern wurde von Sitzhöhe auf Simshöhe zurück gebaut. Der Tresen, auf dem früher die Baguettes zubereitet wurden, ist jetzt eine Ladentheke. An den Wänden hängen Fotos. „Das ist mein Hobby. Ich fotografiere sehr gern mit meiner alten Praktika“, erzählt Ulrike. Ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen lädt zum Plausch ein. „Mein Geschäft soll auch ein Raum zum Wohlfühlen sein. Darum gehört einfach mal hinsetzen mit dazu.“ An der Stirnseite hängt ein großes Bild von Ingo R. Das sei eine befreundete Künstlerin aus dem Hechtviertel. Sie habe ihr das Bild zu Einweihung des Blumengeschäftes geschenkt.

Ingo R., eine Freundin aus dem Hechtviertel, hat ein Bild zur Eröffnung gemalt. Foto: W. Schenk

Schon während der Umbauphase hätten Neugierige ins Fenster geschaut und an der offenen Tür Fragen gestellt. Diese Besuche von Anwohnern und Geschäftsleuten vermittelten schon vor der Eröffnung ein „Willkommens-Gefühl“. Einige von ihnen fanden es gut, dass es hier wieder ein Blumengeschäft gibt. Das war früher zwei Eingänge weiter in der Bürgerstraße 45. Das Straßenverzeichnis in der Geschichte Pieschens von Heidemarie und Heinz Glodschei listet dort für das Jahr 1944 das Blumengeschäft Mücklich und ab 1945 das Blumengeschäft Mücklich und Engelhardt auf. Nach 1957 war es dann das Blumengeschäft Engelhardt. Die wechselnde Geschichte nach der Wende begann 1990 mit einer Otto-Agentur. Bei Streetview-Aufnahmen aus dem Jahr 2009, so erzählt Ulrike Rentzsch, könne man auch noch nebenan ein Blumengeschäft erkennen.

Geschäfte in der Bürgerstraße 41 bis 45. Quelle: „Die Geschichte des Dresdner Vorortes Pieschen“ von Heidemarie und Heinz Glodschei

Und dann kommen wir auf die Himmelsrichtungen zu sprechen. Es mache etwas aus, ob den ganzen Tag die Sonne auf das Geschäft und die Blumen scheine, sagt die Floristin. „Mein Geschäft liegt auf der Nordseite und hat darum weniger Licht. Für mich bedeutet das, dass ich mehr Grünpflanzen als Blühpflanzen hier stehen habe“. Die nächsten Wochen werden zeigen, was die Kunden sich wünschen. Darauf wolle sie reagieren und ihr Angebot aktualisieren. Bestellungen von Pflanzen und Gebinden seien natürlich auch möglich. Kleine Geschenke – meist im Topf – zum Mitnehmen bei Besuchen von Verwandten und Freunden waren bereits sehr gefragt. Mit dem Team vom gegenüberliegende Restaurant „Rausch“ sei sie auch schon ins Gespräch gekommen. Jetzt stehen ihre Kakteen dort auf den Tischen.

Service:

die florale Art – Blumengeschäft
Adresse: Oschatzer Str. 27 / Eingang Bürgerstraße
Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9 bis 18 Uhr, Mi 14 bis 18 Uhr, Sa 10 bis 14 Uhr
Kontakt: Tel: 0162 6836932

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