Zirkustheater-Festival im Zentralwerk - Foto: Maren Kaster

Das erste Zirkustheater-Festival geht erfolgreich zu Ende

Zehn Tage Festival, zehn Tage Geschichten, Zirkus, Theater, Musik, Performancekunst, Akrobatik, Traumwelten und Diskurse. Zehn Tage mit über 100 Künstlerinnen und Künstlern, mit Speakern und Fachpublikum aus Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, der Bundesrepublik und der Schweiz. Das erste Zirkustheater-Festival, das am Sonntag zu Ende ging, fand beim Dresdner Publikum großen Zuspruch.

Zeitgenössicher Zirkus trifft unterhaltsames Theater

Während die Inszenierungen im Alaunpark, der St. Pauli Ruine und der Hauptstraße sehr familienfreundlich waren, wurde es im Zentralwerk etwas düsterer, wenn auch keineswegs weniger eindrucksvoll. Bei „Mandragora“ zeigte Jan Jedenak, dass Alraunen nicht nur von J K Rowling magisch in Szene gesetzt werden können. Die Entwicklung der Pflanze und deren Streben nach Licht wurde von elektronischen Beats begleitet. Diese untermalten gezielt Rückschläge, Kraft sammeln und den Kampf ums Überleben. Die Poledance- und Akrobatikelemente sorgten für mehrere Höhepunkte der Show.

Jan Jedenak während seines Stücks "Mandragora" - Foto: Maren Kaster

Jan Jedenak während seines Stücks „Mandragora“ – Foto: Maren Kaster

Am Samstag- und Sonntagabend zeigten der Puppenspieler „Jarnoth“ und der Trapezkünstler Moritz Haase in „Wir wollen nie, nie, nie“ eine Geschichte zweier Menschen, die sich sehr nahe stehen und doch von äußeren Einflüssen auseinander getrieben werden. Unter anderem mischt sich eine vollkommen neutral wirkende Puppe ohne Gesichtszüge und Kleidung in die Handlungen der beiden Protagonisten. Die Szenen spielen sich zumeist in, auf oder neben den Stufen einer Treppe ab, durch die sich immer wieder neue Räume auftun. Begleitet wurde das Stück von verschiedenen Musikgenres, wobei der Schlager „Wir wollen niemals auseinandergehn“ nicht nur namensgebend war, sondern trotz seiner Heiterkeit beinahe einen Gruselmoment, im Sinne einer bösen Vorahnung, erzeugte.

Übrigens handelt es sich bei dieser Produktion um eine Trilogie, wobei im Zuge des Theaterfestivals der erste Teil gezeigt wurde. Das Zentralwerk hat inzwischen angekündigt, auch den zweiten Teil zu zeigen.

Teil der Kulisse von "Wir wollen nie, nie, nie" - Foto: Maren Kaster

Teil der Kulisse von „Wir wollen nie, nie, nie“ – Foto: Maren Kaster

Conference of Fools bietet Raum für Gespräche

Für das Team des Zirkusfestivals stand vor allem der Austausch im Vordergrund und der besonders in der dreitägigen CONFERENCE OF FOOLS seinen Raum fand. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland tauschten hier ihre Erfahrungen aus, knüpften bei der Kontaktbörse neue Bande oder lernten sich auch einfach kennen. Darüber hinaus gab das Netzwerktreffen des Bundesverbandes Zeitgenössischer Zirkus am Donnerstag noch einmal zusätzlichen Input in die Conference. „Insbesondere danken wir hier dem Zentralwerk, das der perfekte Ort für unser Festivalzentrum war“, so das Societaetstheater.

Die nächste Ausgabe wird es vom 02. bis 11. Juni 2023 geben.

Die Kommentarfunktion wird 7 Tage nach Erscheinen des Beitrages geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren …

Verdächtiges Ansprechen von Kindern in der Bürgerstraße – Polizei sucht Zeugen

Die Polizei geht dem Fall eines verdächtigen Ansprechens von Kindern im Stadtteil Pieschen nach. Ereignet hat sich der Vorfall am Donnerstag, >>>

Lommatzscher Straße: Heizdecke löst Brand aus

Am Freitagabend gegen 22.50 ging bei der Feuerwehr ein Notruf aus der Lommatzscher Straße in Mickten ein. In einer Wohnung im zweiten Obergeschoß >>>

Restaurant Rausch: Jetzt mit Mittagstisch am Sonntag und Dub-Brunch im Keller

Bis kurz vor der Öffnung soll es ein Geheimnis bleiben: Das Menü zum ersten Sonntags-Mittagstisch im Restaurant Rausch. Sicher ist nur, >>>

Nicole Rothländer führt jetzt die Geschicke der Watzke-Häuser

Eine tolle Sommersaison für alle Watzke-Häuser. Das ist der größte Wunsch von Nicole Rothländer. Sie trägt seit 1. Januar als Geschäftsführerin >>>

Jubiläum einer Freistätte: Der Rote Baum wird 30

Tilo Kießling war gerade 19 als die DDR starb. Er konnte sich damals zu keiner Partei bekennen. Vielleicht beobachtete er geneigt, dass die >>>