Thema: Stadtbezirksbeirat

Stadtbezirksbeirat: Sachsenbad – Marina Garden – Projektförderung

Als am Dienstagabend im Plenarsaal des Rathauses die Kamera nach dem Livestream zur Zukunft des Städtischen Klinikums abgeschaltet wurde, war für die Stadtbezirksbeiräte noch lange nicht Schluss. Als die Tagesordnung bis zum letzten Punkt abgearbeitet war, zeigte die Uhr 23.38 Uhr. Immerhin war die Goldene Pforte des Rathauses noch geöffnet. Eine 30-minütige Pause, wie sie bei Sitzungen des Stadtrates üblich ist, gab es nicht. Nur eine 5-minütige Auszeit vor der Abstimmung über die Vorlage zum Klinikum. Wer keine Brotbüchse dabei hatte, musste mit knurrendem Magen durchhalten. Ehrenamt muss nicht immer Spaß machen.

Auswertung des Bürgerforums zum Sachsenbad

Das Bürgerforum zum Sachsenbad fand am 19. April auf der Messe Dresden statt. Wegen der Pandemieeinschränkungen war die Teilnehmerzahl auf 60 begrenzt worden. Das Plenum und die Schlussdiskussion wurden im Livestream übertragen. Von 38 angemeldeten Teilnehmern waren 36 stimmberechtigt. Über den Verlauf haben wir hier ausführlich berichtet. Die Empfehlung des Bürgerforums, die mit großer Mehrheit verabschiedet wurde, lautete: „Erhalt des Kulturdenkmals im städtischen Eigentum und Ausbau zu einem Gesundheitsbad sowie Anbau eines Schwimmbades an das Bestandsgebäude (Szenario III in der Stesad-Studie), unter der Maßgabe der Realisierung in zwei Bauabschnitten (erst prioritär das Gesundheitsbad, dann der Neubau der Schwimmhalle), unter der Maßgabe der Nutzung für Vereine, unter der Maßgabe der Barrierefreiheit und Ästhetik, und unter der Maßgabe der gemeinsamen Nutzung des Kassenbereichs.“

Zur Vorlage gehört ein ausführliches Protokoll des Bürgerforums. Mit der Formulierung „der Stadtrat nimmt die Empfehlungen des Bürgerforums zur Kenntnis“ waren die Beiräte jedoch nicht zufrieden. Sie plädierten für mehr Verbindlichkeit und forderten den Stadtrat auf, dem „Bürgerwillen im Sinne des gewählten Szenario 3 Folge zu leisten und das Sachsenbad somit im städtischen Eigentum zu belassen und zu einem Gesundheitsbad mit angegliedertem Schwimmbad auszubauen“. Mit dieser Ergänzung wurde die Vorlage mit 13 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen verabschiedet.

Bebauungsplan für Marina Garden geändert

Der Stadtbezirksbeirat hat Änderungen am „B-Plan Nr. 357 C a, Dresden-Neustadt Nr. 45, Leipziger Straße/Alexander-Puschkin-Platz“ befürwortet. Auf dem als Marina Garden bekannten Areal soll vier große Wohngebäude mit geschwungenen Fassaden errichtet werden. Im Mittelpunkt der jetzt geplanten Änderungen steht die Absicht, die denkmalgeschützte Grumbt-Villa im Gesamtensemble besser zur Geltung zu bringen. Dafür sollen die beiden an das Villengrundstück angrenzenden Gebäude um weitere 2 bis 3 Meter abgerückt werden, erläuterte Stefan Patzschke vom Stadtplanungsamt. Weil der Investor, die tschechische CTR-Group, keine Möglichkeiten sieht, die geplanten Gewerberäume in den überhöhten Erdgeschossen aufgrund der geringen Nachfrage zu vermarkten, wurde zudem die Zahl der Geschosse von 4 auf 5 erhöht, ohne dass sich die Gesamthöhe der Gebäude ändert.

Projektförderung für Verein Übigauer Großfamilie

Annett Bräunlich begann die Vorstellung des Projektantrages mit einer kurzen Erläuterung zum Verein „Übigauer Großfamilie“. „Er wurde 1994 gegründet, um Kindern von Familien aus Kaditz, Übigau, Mickten und Pieschen eine umfängliche bewegungs- und naturorientierte Betreuung zu bieten.“ Im kleinen Fröbelkindergarten in Altübigau werden Kinder im Alter von 1 bis 10 Jahren betreut. Damit folge man dem pädagogischen Konzept von Friedrich Fröbel. Die Kinder sorgen sich auch um die Sauberkeit an der Elbe.

Im Juni 2021 sollen die Kinder eine „Grüne Woche“ erleben. Gemeinsam mit dem Kita-Team und Eltern geht es ins Erzgebirge nach Breitenbrunn. „Es wird gewandert, gespielt und mit allen Sinnen außerhalb einer Stadt die Natur erlebt“, erläuterte Annett Bräunlich die Idee. Dies sei für Stadtkinder, die zudem aus nachweislich sozialen Brennpunkten kommen, besonders wichtig. Der Stadtbezirksbeirat bewilligte eine Förderung von 9.000 Euro. Damit sollen die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung von 35 Kindern und 9 Erwachsenen finanziert werden. Wie bei allen Projekten müssen die Antragsteller auch eine Eigenanteil erbringen. Er liegt bei 1.000 Euro.

Projektförderung für Kreativzentrum Omnibus

Der Verein Zusammenarbeit mit Osteuropa – Regionalverband Dresden e.V. mit dem Mehrgenerationenhaus „Kreativzentrum Omnibus“ ist 1993 von Russlanddeutschen in Dresden gegründet worden und hatte viele Jahre seinen Sitz in der Friedrichstadt. Seit März 2019 hat der Verein eine neue Heimat an der Großenhainer Straße 99 im Haus 1 gefunden. Jetzt will der Verein mit dem Projekt „Alexander Puschkin Platz: Gemeinsam performen auf Russisch“ Freunde der russischen Sprache und Kultur ansprechen. In einem szenischen Schreibworkshop sollen sich deutschsprachige Einwohner und russische Muttersprachler gemeinsam mit dem Werk von Alexander Puschkin beschäftigen und im Verlauf von acht Monaten eine Performance erarbeiten, erläuterte Vereinschefin Irina Schilling die Idee. Von Januar bis März 2022 seien dann mehrere Aufführungen im Kreativzentrum Omnibus und im Theaterhaus Rudi geplant. Der Stadtbezirksbeirat bewilligte eine Förderung von 2.250 Euro.

Historischer Elbzugang am Schloss Übigau

Bei einem Vor-Ort-Termin wollen sich die Stadtbezirksbeiräte über den Zustand der Treppe am Ende der Zinggstraße in Übigau informieren. Christian Wintrich, Leiter des Stadtbezirksamtes, hatte sich dafür mit dem Grundstückseigentümer, der auch Pächter der entsprechenden Fläche ist, in Verbindung gesetzt. Anlass ist ein Antrag, der von mehreren Stadträten und Stadträtinnen von Grünen, Linke und Piraten eingebracht wurde. Er thematisiert die in der Vergangenheit schon mehrfach diskutierte Öffnung der aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts stammenden Treppenanlage, die die Zinggstraße mit dem Treidel- und Leinpfad entlang der Elbe verbindet. Dessen Behandlung stand bereits vor vier Wochen auf der Tagesordnung. Die Abstimmung wurde damals vertagt. Auch am Dienstag entschied man sich für eine Vertagung, will jedoch mit dem Vor-Ort-Termin mehr Klarheit vor einer Abstimmung erreichen.

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