Trachau bekommt einen sechs Kilometer langen Geh-sundheitspfad

Es ist recht frisch an diesem etwas grauen Mittwoch im November. Dennoch kommen vier Seniorinnen und ein Senior des DRK-Seniorenzentrums Impuls zum Treffpunkt an der Endhaltestelle „Wilder Mann“. Sie sind Mitglieder der Arbeitsgruppe „Geh-sundheitspfad“, die sich seit Anfang dieses Jahres einmal im Monat trifft, um ihre Ideen und Wünsche für einen Geh-sundheitspfad in Trachau und Trachenberge einzubringen. „Die Freude seitens der Mitarbeiterinnen, Besucherinnen und Besucher des Seniorenzentrums war groß, als die Rückmeldung kam, dass die Angebote nicht unter die Einschränkungen der aktuellen Corona-Schutz-Verordnung fallen“, sagt Sozialarbeiterin Adrienne Höfgen. Unter den aktuellen Bedingungen war das Treffen mitten im Teil-Lockdown im November nicht selbstverständlich. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung und das Achten auf Abstand gehörten daher dazu.

Projektleiterin Anja Zscheppang (l.), Marit Gronwald vom Gesundheitsamt (r.) und Adrienne Höfgen vom Seniorenzentrum (am Baum). Foto: C. Trache

Die Schreibweise verweist schon auf die Besonderheit des geplanten Rundweges durch Trachau: Gehen und etwas für die Gesundheit tun. Dieser Geh-sundheitspfad entsteht unter Leitung der promovierten Medizinerin Anja Zscheppang und Alina Herrmann, beide vom Forschungsverbund Public Health Sachsen an der Technischen Universität Dresden, in Kooperation mit Marit Gronwald vom Gesundheitsamt Dresden und unterstützt durch Adrienne Höfgen vom Seniorenzentrum Impuls. Es ist eines von insgesamt zehn Vorhaben bundesweit, das unter dem Förderungsschwerpunkt „Bewegung und Bewegungsförderung“ vom Bundesgesundheitsministerium im Projektzeitraum 2019 bis 2022 gefördert wird.

„Dieses Treffen ist für mich wichtig. Man kommt raus und unter Leute“, sagt Petra Heese. Die 66-Jährige wohnt in Blasewitz, hat aber ganz bewusst das Seniorenzentrum Impuls mit seinen Angeboten ausgewählt. „Das Projekt finde ich gut. Man lernt andere Strecken kennen und erfährt Neuigkeiten.“ Mit dabei ist auch die 84-jährige Rosemarie Peine. Sie lebt seit sieben Jahren in Mickten, interessiert sich für das Thema und ist gern zu Fuß unterwegs. Dieter Haufe ist der Mann für die historischen Dinge. Der 87-Jährige hat bis vor wenigen Jahren selbst historisch-kulturelle Wanderungen geleitet. Da war es für ihn selbstverständlich sich beim Geh-sundheitspfad zu engagieren.

Geschichte und Gesundheit auf 6.2 Kilometer Rundweg

Das Projekt ist schon recht weit fortgeschritten. Die Streckenführung des 6,2 Kilometer langen Pfades steht fest, inklusive einer Abkürzungsmöglichkeit, die auf eine 3,2 Kilometer lange Route führt. Entlang des Pfades werden an zwölf Standorten Tafeln aufgestellt, die ähnlich einem Lehrpfad über die positiven Effekte des Gehens aufklären und Anleitungen für Dehnungs- und Kräftigungsübungen, die gleich vor Ort ausgeführt werden können, enthält. Die Tafeln weisen zudem auf interessante Gebäude oder geschichtliche Zusammenhänge hin. „95 Prozent der Tafeln sind bereits fertiggestellt“, verkündet Marit Gronwald an diesem Tag der Gruppe. Das Layout und die Herstellung der Tafeln übernimmt ein Unternehmen aus dem Landkreis Meißen.

An diesem Novembermittwoch beschäftigt sich die Gruppe mit den Standorten 5 (Schützenhof – „Gehen mit Schuss“) und 6 (Wilder Mann). Anja Zscheppang rollt ein A2-großes Blatt aus und zeigt der Gruppe, wie die Tafeln aussehen sollen, die in etwa 90 Zentimeter Höhe aufgestellt werden sollen. Gemeinsam gehen sie die Textinhalte durch, schauen, ob Schriftgröße und –farbe gut lesbar sind und probieren auch die angegebene Kräftigungsübung aus. Neben einer Detailkarte zum jeweiligen Standort, ist die Übersichtskarte des Pfades abgebildet. Man erfährt Interessantes zum Standort. Aber auch die Gehminuten und die Schrittzahl zwischen den einzelnen Stationen werden abgebildet.

Rundweg mit 12 Stationen und einer Abkürzung. Quelle: Projekt FIT

„Der Pfad soll insbesondere Personen am Übergang vom Erwerbsleben in die nachberufliche Phase sowie Seniorinnen und Senioren ansprechen, steht aber natürlich auch anderen Personengruppen zur Nutzung offen“, erläutert die Projektleiterin vom Forschungsverbund Public Health Sachsen. „Mit dem Geh-sundheitspfad möchten wir die Bewegung fördern und die Nutzerinnen und Nutzer für die positiven Effekte des Gehens auf die eigene Gesundheit und Umwelt sensibilisieren – in Anlehnung an das Konzept der 10.000 Schritte, die man täglich gehen soll.“

Der Startpunkt ist am Bahnhof Haltepunkt Trachau, dann geht es über die Kopernikusstraße oberhalb des Städtischen Klinikums Neustadt an der Hans-Richter-Siedlung weiter. An dieser Stelle führt die Abkürzung entlang der Grünanlage Aachener Straße bis zur Wilder-Mann-Straße weiter in Richtung Alttrachau. Für die große Runde setzt sich der Pfad von der Apostelkirche weiter entlang der Trobischstraße hinauf zur Schützenhofstraße, entlang der Döbelner Straße, durch den Trachauer Heideweg, über den Hubertusplatz nach Alttrachau fort. Von dort geht es über die Gaußstraße, vorbei an der Station Nr.12, zurück zum Trachauer Bahnhof. Begleitend zum Pfad soll eine Broschüre erscheinen, die weiterführende Informationen zu den einzelnen Tafeln enthalten wird. Eine feierliche Eröffnung des Geh-sundheitspfades ist im Verlaufe des Jahres 2021 geplant.

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