Garteneisenbahn_Heinz Richter

Kleingärten „Am Waldrand“: Heinz Richter hat eine Garteneisenbahn gebaut

Der Kleingartenverein „Am Waldrand“ wurde kürzlich zum schönsten Kleingarten Dresdens 2020 gekürt. Positive Ausstrahlung, viele Ideen und unermüdliches Engagement hatte die Jury den Mitgliedern der Sparte bescheinigt. Das gilt auf ganz besondere Weise für Heinz Richter und seine Eisenbahnanlage. Obwohl der 69-Jährige erst seit vier Jahren gemeinsam mit seiner Frau den Kleingarten hat, ist dieser bereits ein beliebter Hingucker. Spaziergänger und Besucher der Kleingartensparte bleiben am Gartenzaun stehen, heben ihre Kinder hoch und schauen den Zügen zu. Manchmal wird auch gefachsimpelt. Als Grundthema für die Gestaltung der Modellanlage hat sich Heinz Richter seine Heimat Radebeul ausgesucht. Jedes Jahr kommen neue, selbstkreierte  Gebäude hinzu. „Schon seit meiner Kindheit interessiere ich mich für den Eisenbahnmodellbau“, erzählt er. „Nach der Wende hat mir meine Frau ein Starterpaket der bekannten Lehmann-Garteneisenbahn geschenkt. Je nach Zeit und Geld ist mit den Jahren immer wieder etwas dazu gekommen.“

Seine Heimat Radebeul dient Heinz Richter als Vorlage für die Modellbauten. Foto: C. Trache

Auf insgesamt rund 34 Meter Bahngleisen mit der Spurweite 45 mm lässt Heinz Richter drei Züge in drei Kreisen fahren. Neben dem imposant wirkenden LCE, gibt es eine Dampflok und das Modell einer „Schweineschnauze“. So hieß die Bahn im Volksmund. Sie wurde in den 50er Jahren in der DDR entwickelt, um die Nebenstrecken mit Personennahverehr zu bedienen.

17 Gebäude kann der aufmerksame Beobachter entdecken. Bis auf drei hat Heinz Richter alle komplett selbst entworfen und gebaut: den Bahnhof Radebeul-Ost und die Pestalozzi-Oberschule, die der rüstige Rentner einst  besucht hat. Ein „HO“ mit Waren des täglichen Bedarfs ist ebenso dabei wie die Freiwillige Feuerwehr, das Polizeirevier, die Kita Zwergenland, aber auch zwei Lausitzer Gebäude, ein Warenhaus, ein Rathaus mit Ratskeller, eine Kirche sowie vier Reihenhäuser. Viel Neues wird  nicht mehr dazu kommen. Aktuell baut er am Modell des Heidebergturms, der sich im Schradenland im Elbe-Elster-Landkreis befindet.

Heinz Richter zeigt lieber seine Häuser. „Mich muss man da nicht sehen“, meint er. Foto: C. Trache

„Das Erhalten und die Instandsetzung der Gebäude  ist sehr aufwendig“, erklärt er. „Bevor wir uns den Kleingarten zulegten, stand die Anlage auf einem anderen Grundstück, das mehr Schatten bot. Hier im Kleingarten ist es sehr sonnig. Das Material leidet deutlich mehr.“

Alle Häuser haben auch Strom. Das sorgt vor allem dann, wenn es früher dunkel wird, für viel Begeisterung bei den kleinen Eisenbahnfans. „Der frühere Standort war in der Nähe eines Kindergartens. Wenn die Kinder von ihren Eltern abgeholt wurden, mussten sie auf dem Heimweg häufig einen Umweg nehmen, um die Eisenbahn anzuschauen, manchmal auch zum Leidwesen der Eltern“, erinnert sich Heinz Richter schmunzelnd.

Besonders beliebt ist die Garteneisenbahn bei den kleinen Besuchern. Foto: C. Trache

Aber auch für die Kinder, die den Schulgarten und den Garten für die ganz Kleinen in der Kleingartenanlage mit ihren 270 Parzellen besuchen, haben die Modelleisenbahnanlage längst entdeckt.

Wenn Heinz Richter in seinem Kleingarten ist, bleibt der Plausch über den Gartenzaun nicht aus. Dann lässt er die Eisenbahnen fahren und beantwortet auch Fragen. „Es ist schon vorgekommen, dass Leute bei uns vorbeikamen, die in der Vereinsgaststätte eine Familienfeier hatten und eine Eisenbahnvorführung  für die jüngsten Familienmitglieder bestellt haben. Wenn es zeitlich passt, mache ich auch so etwas.“

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