Kötzschenbroder Straße Tiefgarage

Einbruch in Grünes Gewölbe: Polizei geht von vier Tätern aus – Fluchtauto aus Sachsen-Anhalt

Die Polizei hat heute über weitere Ermittlungsergebnisse informiert. Demnach würden sich für die Soko „Epaulette“ die Hinweise verdichten, dass vier Täter am Einbruch beteiligt waren. Dies gehe aus der Auswertung von vorliegendem Videomaterial hervor, erklärte ein Polizeisprecher. Derzeit würden die Kriminalisten zudem Aufnahmen verschiedenerer Überwachungskameras auswerten. Der in einer Tiefgarage in der Kötzschenbroder Straße ausgebrannte Audi A6 Avant soll aus Sachsen-Anhalt stammen. Dort sei er bereits 2017 abgemeldet worden.

Die Spurensicherung gestalte sich sehr aufwendig, so der Polizeisprecher weiter. Dies hänge auch damit zusammen, dass die Einbrecher am Tatort einen Pulverlöscher entleert hätten, um Spuren zu verwischen. Aus der Bevölkerung seien bislang 205 Hinweise eingegangen.

Auf der Grundlage von Tatortfotos haben die Staatlichen Kunstsammlungen konkrete Angaben zu den gestohlenen Objekten gemacht. Demnach sei es den Tätern gelungen, „elf Objekte und Teile von zwei Objekten sowie eine Gruppe von Rockknöpfen“ zu entwenden. Vom Einbruchsdiebstahl betroffen seien „im Juwelenzimmer die Vitrine der Diamantrosengarnitur, der Brillantgarnitur und dem Diamantschmuck und den Perlen der Königinnen (rund 100 Einzelobjekte). Diese drei Garnituren enthalten Diamanten in verschiedenen Schliffformen, die zum allergrößten Teil von August dem Starken und August III. erworben worden sind. Ihre Fassungen erhielten sie größtenteils zwischen 1782 und 1789“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung.

Unterdessen hat Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes, in einem Interview mit der Sächsischen Zeitung einige Fragen beantwortet, die auch in den Kommentaren zur bisherigen Berichterstattung immer wieder gestellt wurden. So sei er überrascht gewesen, dass das Sicherheitsglas an der Vitrine in wenigen Sekunden zerstört werden konnte. Der Lieferant des Sicherheitsglases habe sein Versprechen nicht gehalten. Demnach hätte man etwa 15 Minuten auf das Sicherheitsglas einschlagen müssen, um es zu zerstören. Das Fenster hätte die Einbrecher „regelrecht aus der Verankerung gesprengt, ohne dass es dabei zerstört wurde“, sagte Syndram. Ein vor vier Jahren erfolgter Check der Sicherheitsanlagen hätte keine Beanstandungen ergeben. Zum Thema Stromversorgung fand er drastische Worte. „Wir sind doch nicht blöd.“ Das Schloss habe eine eigene Stromversorgung samt Notstromaggregat. Darum habe auch der Alarm funktioniert, als das Fenster gesprengt wurde. Mit dem Alarm hätten sich auch die Kameras eingeschaltet. Der Brand in dem Verteilerkasten habe dazu gedient, die Straßenlaternen auszuschalten. Der Umstand, dass alle Schmuckstücke mit Angelsehne an der Unterlage befestigt sind, habe möglicherweise das Ausmaß des Diebstahls begrenzt, verwies Syndram in dem Interview auf ein weiteres in den Kommentaren nachgefragtes Detail.

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