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Zustimmung für Hufewiesen-Bebauungsplan: Wohnungen, Gewerbe und öffentliches Grün

Der im März präsentierte Kompromiss zur Zukunft der Hufewiesen in Trachau hat gestern Abend im Ortsbeirat Pieschen die nächste Hürde genommen. Auf 2,4 des 11 Hektar großen Grundstücks sollen Wohnungen gebaut und nicht störendes Gewerbe angesiedelt werden. Der Großteil der Fläche wird öffentliches Grün. Mit 14 Ja-Stimmen bei 5 Enthaltungen gab es ein klares Votum für diese Lösung. Für die CDU kritisierte Christoph Böhm die Verfahrensweise und sprach von „Mauscheleien und Hinterzimmerpolitik“. Das dürfe keine Schule machen. Die fünf CDU-Ortsbeiräte enthielten sich der Stimme. Auch Pieschens CDU-Stadtrat Veit Böhm schloss sich der Kritik an. „Was hier praktiziert wurde, ist Erpressung. Das widerspricht meiner persönlichen Auffassung eines demokratischen Verfahrens“, sagte er.

Der Eigentümer der Hufewiesen – die Adler Real Estate aus Berlin, der Verein Hufewiesen Trachau, das Stadtplanungsamt und Stadträte von Linke, SPD und Grünen hatten den Kompromiss erarbeitet, der Wohnungsbau, Gewerbe und öffentlicher Grün unter einen Hut bringt. Die Stadträte Kati Bischoffberger (Grüne) und Martin Schulte-Wissermann (Stadtrat der Piraten, Mitglied in der Fraktion
Die Linke) erläuterten die Einigung. Ziel sei gewesen, die letzte große zusammenhängende Grünfläche im Ortsamt Pieschen weitgehend zu erhalten und ein Stück Lebensqualität zu sichern, sagte Bischoffberger. Für die Gestaltung des öffentlichen Grüns sei eine Bürgerbeteiligung geplant, ergänzte Schulte-Wissermann.

Thomas Bergander hatte mit seiner Firma Taurecon Consulting GmbH für den Eigentümer die Verhandlungen geführt. „Als ich im Oktober 2016 begonnen habe, mich mit dem Projekt zu beschäftigen, war die Situation ziemlich festgefahren“, sagte er gestern. Es habe auf beiden Seiten Maximalforderungen gegeben. Sieben bis acht Gestaltungsvarianten waren nötig, bis man sich angenähert hatte. „Ein Kompromiss, bei dem man sieben Hektar Fläche abgibt, tut weh“, betonte er und fügte hinzu. „Es ist ein gutes Ergebnis für alle Beteiligten“. Er reagierte auch auf die Kritik von CDU-Stadtrat Böhm und erkläre: „Ich habe mich nicht erpresst gefühlt“.

Die Fläche, auf der der Berliner Immobilienentwickler jetzt bauen darf, erstreckt sich hinter den Häusern entlang der Leipziger Straße zwischen der Pettenkoferstraße und Am Trachauer Bahnhof und wird durch die drei Stichstraßen Hildesheimer Straße, Veteranenstraße und Jubiläumsstraße erschlossen.

Noch vor der Abstimmung hatte Anja Osiander, Sprecherin des Vereins Hufewiesen Trachau, auch bei den CDU-Ortsbeiräten um Zustimmung geworben. „Wir möchten, dass sie die Lösung aus vollem Herzen mittragen“, sagte sie. Der Verein hat bereits in einer ersten Bürgerversammlung Vorstellungen für die Gestaltung der sieben Hektar großen öffentlichen Grünfläche eingesammelt. „Auch wenn noch einige Detailfragen zu klären sind, bin ich zuversichtlich, dass die gefundene Lösung trägt“, erklärte SPD-Ortsbeirat Stefan Engel. Zentral sei, dass bei der weiteren Gestaltung der Hufewiesen als städtische Fläche die Bürgerschaft breit einbezogen werde. Die Bürgerversammlung habe schon viele spannende Vorschläge erbracht. „Aber auch bei der weiteren Gestaltung des neuen Wohn- und Gewerbequartiers sollte der Dialog mit den Anwohnern fortgeführt werden“, sagte Engel.

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