Lebensmittelüberwachung 2203 lugolsche loesung

Mehr als 8.200 Lebensmittelkontrollen – Verstöße in 127 Betrieben

Die Dresdner Speiseeishersteller haben im vergangenen Jahr sauber produziert. Damit können die Eisliebhaber beruhigt in die neue Saison 2017 blicken, erklärte Kerstin Normann, Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, heute bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2016. Immerhin 57 Eishersteller gibt es in Dresden.

sittel normann raffelt

Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel mit Amtleiterin Kerstin Naumann und Tierärztin Lillian Raffelt (r.). Foto: W. Schenk

Auch bei den rund 1.000 Restaurants seien keine groben Verstöße oder gar der Verbrauch von verdorbenen Lebensmitteln aufgedeckt worden. Nur 3,6 Prozent der festgestellten Verstöße hätten mit einer mikrobiologischen Verunreinigung zu tun gehabt. Mehr als 80 Prozent der Beanstandungen betrafen die allgemeine Betriebshygiene, versäumte Kennzeichnungen und Verstöße gegen die Dokumentationspflicht und Personalschulung.

Allerdings musste die Behörde in acht Fällen Geschäfte zumindest zeitweise schließen. So habe dies im vergangenen Jahr zwei Gaststätten, drei Imbissbetriebe, eine Bäckerei und einen Lieferservice betroffen, sagte die für die Lebensmittelüberwachung zuständige Abteilungsleiterin Lillian Raffelt. Als Gründe führte sie starken Schimmelbefall in Gebäuden, Schaben oder Nager an.

Von 6.587 in Dresden registrierten Betrieben seien 3.981 einmal oder mehrfach kontrolliert worden. So summiert sich die Zahl der Kontrollen auf insgesamt 8.227. In 127 Betrieben stellten die 26 Lebensmittelkontrolleure, fünf Tierärzte und drei Lebensmitteltechniker Verstöße fest. 60 Mal mussten die Betroffenen ein Verwarnungsgeld von 55 Euro zahlen, 28 mal blieb es bei einer Verwarnung ohne Geldstrafe. In 38 Fällen leitete die Behörde ein Bußgeldverfahren ein. Das kann bei schweren Verstößen bis zu 50.000 Euro betragen. Hier arbeite die Behörde nach einem sachsenweit abgestimmten Bußgeldkatalog. Darüber hinaus wurden zwölf Strafverfahren eingeleitet. So ziehe die Entdeckung von Salmonellen in Lebensmitteln automatisch eine Strafanzeige nach sich.

3.981 von 6.587 Betrieben kontrolliert, davon 

  • 2.356 Dienstleistungsbetriebe (Küchen, Hotels, Restaurants, Märkte, Volksfeste)
  • 1.222 Einzelhandel (Supermärkte, Bäckereien, Drogerien, Internethandel)
  • 180 Hersteller mit  Einzelhandelsverkauf (Fleischer, Bäcker, Konditoren, Eishersteller)
  • 111 Hersteller / Abpacker (Schlachtbetriebe, Feinkost, Kosmetik, Tabak)
  • 60 Importeure/Exporteure/Großhändler (Obst, Gemüse, Kühlhäuser)
  • 50 Primärerzeuger (Milchbetrieb, Wild, Gartenbau, Wein)

Die Lebensmittelkontrolleure rücken in der Regel unangemeldet an. Ausgerüstet mit Laptop, Hygienekleidung, geeichtem Thermometer, Lupe, Fotoapparat, Probenahmegefäßen, Kühltasche und Tupfern schreiten sie umgehend zur Tat. „Das machen wir, damit keine Gelegenheit besteht, noch etwas verschwinden zu lassen“, sagt Lillian Raffelt. Mit einfachen Mitteln könne man die Einhaltung von Hygienevorschriften testen. So reiche ein Tropfen Lugol’sche Lösung, um schmutziges Geschirr zu entdecken. Stärkerückstände würden die Flüssigkeit am Rand violett färben. Gefunden hätten die Kontrolleure bei ihren Einsätzen auch Schinkenimitate oder den Einsatz von einfachem Rohmilchkäse statt dem angepriesenen Original-Schafskäse. Selbst in Tattoo-Studios werden die Kontrolleure vorstellig. So würden sie prüfen, ob in den verwendeten Farben krebserregende Zusatzstoffen enthalten sind. In knapp 150 Fällen sei die Behörde auch Bürgerbeschwerden nachgegangen. So habe sich in einem Fall ein Fremdkörper in einer Wurst als ein Stück vom Zahn eines Schweines herausgestellt.

Eine Betrachtung der Kontrollergebnisse nach einzelnen Stadtteilen sei wenig sinnvoll, sagte Amtsleiterin Normann. Dafür sei die Verteilung der Betriebe einfach zu unterschiedlich. Dies lasse keine Rückschlüsse auf Besonderheiten in den verschiedenen Dresdner Regionen zu.

 

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