Annekatrin Härtel

Kunstforum RadioLenck zeigt Annekatrin Härtel mit „Kissing The Snake“

„Juni 2013: Aufstellung der Bogenschützenskulptur auf der Königsbrücker Straße 47 in Dresden“. So lautet die derzeit letzte Notiz über das, was Annekatrin Härtel über ihre Projekte und Ausstellungen auf ihrer Homepage preisgibt. Mit „Kissing the Snake“ wird ab Sonnabend eine weitere hinzukommen. Das ist der Name, den sie sich für ihre Ausstellung im Kunstforum RadioLenck ausgedacht hat. „Im Englischen hört man das Zischeln der Schlange viel besser als im Deutschen“, sagt sie und verweist darauf, dass das Bild der Schlange auf vielfältige Weise in ihren Kunstwerken wiederkehrt. „Es ist religiös und mythologisch superhart aufgeladen“, findet die Theatermalerin und Theaterplastikerin. In beiden Fächern hat sie Diplome an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden erworben.

RadioLenck

Probieren, bis alles am richtigen Platz steht. Foto: W. Schenk

Mit Annekatrin Härtel holt Galerist Lutz Jacobasch eine vielseitige Künstlerin in das Kunstforum. „Ich freue mich, jetzt auch Plastiken präsentieren zu können“, meinte er. Tatsächlich war es der Bogenschütze auf der Königsbrücker, der 2013 seine Aufmerksamkeit weckte. Weil Annekatrin Härtel dann für zwei Jahre den Malsaal am Theater Rudolstadt in Thüringen leitete, fand sich keine Zeit, eine Ausstellung vorzubereiten. Jetzt ist es soweit. „Ich habe in der vergangenen Zeit viel gearbeitet. Jetzt habe ich Lust, die Sachen auch zu zeigen“, sagt die Künstlerin.

Von Mystik ließ sie sich bei dem Objekt inspirieren, dem sie den Namen „Dämonen füttern“ gegeben hat. Ich habe eine Ausdrucksform gesucht, mit der ich die Leere zeigen kann, die jeder irgendwann einmal in sich spürt. Ob das jetzt als Objekt, Installation oder Skulptur bezeichnet wird, sei für sie nicht vorrangig von Bedeutung. „Ich bin nicht so gut im Umgang mit den Schubladen. Ich mache das halt einfach“, betont Härtel.

In ihrem Beruf muss sie verschiedenste Bühnenbilder gestalten. „Das hat mich einen recht unerschrockenen Umgang mit dem Material gelehrt“, sagt sie. Und so verwendet sie für ihre Plastiken gern Pappe, Papier, Stoff, Styropor, Ton, Gips oder Wachs. Auf der Bühne muss sie schon mal 2,50 Meter hohe begehbare Felsen bauen. So groß sind ihre Ausstellungsexponate nicht, aber die Erfahrung aus dem Beruf stecke natürlich auch in ihren freien Arbeiten.

Die Vernissage am Sonnabend beginnt mit einer Performance. Ein Schauspieler und eine Tänzerin werden sich auf ihre Weise mit dem Ausstellungsraum beschäftigen. Im anschließenden Gespräch werden Künstlerin und Werke vorgestellt. Vielleicht erzählt sie auch von ihrer aktuellen Arbeit an der Bayrischen Staatsoper in München. Und eventuell erfahren die Gäste auch, was sie dazu gebracht hat, sich mit dem Bogenschützen auseinanderzusetzen.

Service:
>> Annekatrin Härtel: „Kissing The Snake“, Kunstforum RadioLenck, Oschatzer Straße 14, geöffnet Mi / Do 16 bis 20 Uhr oder nach Vereinbarung 0163 5693295

>> Vernissage am 11. Februar, 18.30 Uhr, Ausstellung bis zum 12. März 2017

>> mehr über Annekatrin Härtel

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