Thema: Sachsenbad

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CDU will Grundsatzentscheidung zum Sachsenbad – Grüne unterstützen Petition

Während die Bürgerinitiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad“ Unterschriften für ihre Petition zum Erhalt des Sachsenbades sammelt, will die CDU-Stadtratsfraktion jetzt alle Optionen zur Zukunft des Sachsenbades von der Stadtverwaltung prüfen lassen. Ein entsprechender Antrag hat den Ältestenrat im Rathaus bereits passiert und kommt als nächstes in die Dienstberatung des Oberbürgermeisters. Danach beraten Ausschüsse und Ortsbeirat, bevor der Stadtrat abschließend entscheidet.

CDU schließt Verkauf nicht aus

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Der Pieschener CDU-Stadtrat Veit Böhm will eine Grundsatzentscheidung zur Zukunft des Sachsenbades herbeiführen. Foto: W. Schenk

Der Antrag räumt der Verwaltung eine Frist von sechs Monaten für die Antwort auf die verschiedenen Nutzungskonzepte ein. Sie soll darüber hinaus eine Empfehlung abgeben. „Wir wollen einen Grundsatzbeschluss zum weiteren Umgang mit dem Baudenkmal“, erklärte CDU-Stadtrat Veit Böhm im Gespräch mit dem Online-Journal Pieschen Aktuell. Der Prüfauftrag sei sehr breit angelegt und könne in der Debatte auch gern noch erweitert werden, sagte Böhm mit Blick auf die Pläne der Bürgerinitiative und andere mögliche Optionen. Er sei bereits gespannt auf die Diskussion im Ortsbeirat Pieschen. Böhm hatte die Federführung für den Antrag.

Die CDU-Stadtratsfraktion schließt auch den Verkauf des Gebäudes an einen privaten Investor nicht aus. „Weil die fehlenden städtischen Mittel unweigerlich zum Verfall statt zum Erhalt des Kulturdenkmales führen, sind weitere Handlungsmöglichkeiten zu prüfen“, heißt es in dem Antrag. Neben der Klärung der Fördermittelbereitstellung soll auch „eine Veräußerung (unter Sicherstellung des Denkmalschutzes) in die Prüfung einbezogen werden“.

Bürgerinitiative und Grüne wollen Wiederaufbau als Bad

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Grüne-Stadträtin Kati Bischoffberger will das Sachsenbad als Bad. Foto: W. Schenk

Das will die Bürgerinitiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad“ auf jeden Fall verhindern und sammelt Unterschriften zur Rettung des Sachsenbades. Fast 400 Mal war die e-Petition am Mittwoch Nachmittag auf dresden.de bereits unterzeichnet. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag waren weitere „analoge“ Unterschriften hinzugekommen.

Die Grünen im Stadtrat gehören zu den Unterstützern der Petition. „Die Dresdner und Dresdnerinnen wollen den Aufbau des Sachsenbades als Bad. Gefühlt hat jeder dritte Dresdner hier schwimmen gelernt“, erklärte die Pieschener Stadträtin Kati Bischoffberger. Die Künstlerin, die ihr Atelier in der Oschatzer Straße hat, entwarf den Rettungsring für die Petition. Am Sonntag half sie der Bürgerinitiative beim Sammeln der Unterschriften.

Gemeinsam mit dem Verein Pro Pieschen und der Sachsenbadinitiative sei eine Variante zur Sanierung und Nutzung des Sachsenbades erarbeitet worden. „Ich will jetzt in den anstehenden Haushaltsberatungen Mittel für eine konkrete Machbarkeitsstudie einfordern“, kündigte Bischoffberger an. Schon 2011 hatten die Grünen einen Antrag zur Erarbeitung eines Konzeptes für das Sachsenbad eingebracht. Der wurde zwar ohne Gegenstimmen verabschiedet, blieb aber bis heute ohne spürbare Folgen.

Das Sachsenbad sei „als baukulturelles Erbe von herausragender Bedeutung für Pieschen und Dresden“, betonte Thomas Löser, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Nachdem letzte Woche auf Anfrage der Grünen im Landtag klar geworden sei, dass das CDU-geführte Innenministerium von Markus Ulbig die Mittel für den Denkmalschutz drastisch zusammenstreichen wolle, sei es umso wichtiger, „dass wir dem Sachsenbad endlich eine Perspektive geben“, betonte Löser.

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