Feuerkinder – Die Keramikwerkstatt Elena Martín Galindo

Elena Martín Galindo hat sich der Erde und dem Feuer verschrieben. Was auf ihrer Drehscheibe entsteht, durchwandert ein Flammeninferno und wird gezeichnet von verdampfendem Salz, umherfliegender Asche und Eisenoxid. Ton mithilfe von Holz brennen ist aufwendig, strapaziös und unberechenbar. Elena zuckt lachend die Schultern. „Es gibt eben Menschen, die sich das Leben schwer machen.“ Und spannend.

Töpfern hat viel mit Zeit zu tun. Bis eine Teekanne fertig ist, dauert es sechs bis acht Wochen

Töpfern hat viel mit Zeit zu tun. Bis eine Teekanne fertig ist, dauert es sechs bis acht Wochen

In der Keramikwerkstatt stehen zwei Öfen. Ein großer elektrischer für das Tongut, ein kleiner gusseiserner mit Kaminrohr, der die Werkstatt im Winter auf 15 Grad bringt und die Eisblumen an den hohen Schaufensterscheiben blühen lässt. Doch das eigentliche Herzstück ist ein selbst gesetzter Holzbrandofen. Der steht bei Freunden im Garten auf dem Lande und ist Elenas Sorgenkind – denn er existiert gerade nur in Einzelteilen. Die Keramikerin setzte den Ofen selbst aus Schamottsteinen zusammen, nun wurde sein Dach brüchig. Eine Woche nahm sie sich Zeit, um den Ofen abzutragen und die noch brauchbaren Teile zu verstauen. „Ich habe das Töpfern mit dem Holzbrandofen gelernt. Einmal Holzbrand, immer Holzbrand.“

Elena Martín Galindo kommt ursprünglich aus Spanien und studierte in Leipzig Germanistik. Nach dem Studium blieb sie ‚dort hängen‘, schlug sich mit Übersetzungen durch und unterrichtete Spanisch. Nach sieben Jahren, ihr zweites Kind war schon zur Welt gekommen, bewarb sie sich bei einem Verlag in Berlin und zeitgleich für eine Töpferausbildung in Dresden. img_2045Der Pfeil des Schicksals wies auf die Elbstadt, denn hier bekam sie die Zusage. „Hätte man mir gesagt, dass ich mal als Töpferin arbeite …“ sagt Elena und lacht. Sie lernte drei Jahre lang in der Kümmelschänke, die Töpferei mittlerweile nur noch in sehr kleinem Rahmen betreibt. 2010, nach ihrem Abschluss, hatte sie mit Susanne Engelhardt, die ihre Werkstatt ebenfalls auf der Gehestraße hat, ein Treffen. Es ging um die Betreuung eines Standes beim Dresdner Töpfermarkt. Als Elena anschließend die Straße entlang schlenderte, fiel ihr das leerstehende Geschäft in der Nummer 34 ins Auge. Sie schlug zu.

Ihre Glasuren rührt Elena selbst an, nach japanischen Rezepturen. Manche ihrer Vasen, Schüsseln und Krüge glänzen grün, andere Stellen sind vom Feuer rotbraun geröstet oder schwarz. Welches Unikat den Holzofen verlässt, ist für Elena jedes Mal wieder eine Überraschung. „Das hat ein Leben hinter sich“, sagt sie und zeigt einen Krug mit rauer Haut in einem erdigen Ockerton. Ihr neuer Holzbrandofen soll etwas kleiner sein als der alte, „damit ich ihn besser beherrschen kann.“ Brennen, betont Elena, hat nichts mit einem gemütlichen Weinchen am Lagerfeuer zu tun. Man muss den Rhythmus des Ofens beachten, ihn im richtigen Maß anfeuern. „Das ist schließlich alles Natur.“ Bei ihrem letzten Ofen brauchte es 24 Stunden vollster Konzentration, bis die optimale Temperatur von 1300 Grad erreicht war.

„Keinen Ofen hat man für das ganze Leben“, sagt Elena. Sie muss tüfteln und probieren, sich austauschen und es erneut wagen. „Ich wünschte mir, die Zeit bliebe stehen und ich könnte mir sofort einen neuen Holzbrandofen bauen“.

Keramikwerkstatt Elena Martín Galindo, Gehestraße 33
Dienstag 10 bis 14 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 10 bis 16 Uhr, Freitag 10 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung
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2 Meinungen zu “Feuerkinder – Die Keramikwerkstatt Elena Martín Galindo

  1. Jedes Stück ein Unikat und ich warte sehnlichst auf den Ofen, damit ich meine Türkisserie endlich erweitern kann.

  2. Seit Elena die ersten Stücke als ‚Lehrling‘ gefertigt hat, sind wir Fans und treue Kunden. Bei uns gibt es nur noch Stücke von ihr. Wunderschön, einzigartig und super Qualität.

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