Thema: Wahlen 2014

Landtagswahlkreise

Landtagswahl: CDU und Linke Kopf an Kopf in zwei Dresdner Wahlkreisen

In der erfolgsverwöhnten Dresdner CDU blickt man sieben Wochen vor der Landtagswahl mit zunehmender Spannung auf zwei Wahlkreise. Im Wahlkreis 47 droht Innenminister Markus Ulbig (CDU) bei seiner ersten Kandidatur für den Landtag möglicherweise eine Niederlage. Eng könnte es auch für den CDU-Landtagsabgeordneten Patrick Schreiber werden. In den Wahlkreisen der beiden prominenten Politiker liegt die CDU nur hauchdünn vor den Linken. Das geht aus der jetzt vom Statistikamt vorgelegten Projektion der Stadtratswahl-Ergebnisse auf die Dresdner Landtagswahlkreise hervor.

Zu Ulbigs Wahlkreis gehören die Stadtteile Pieschen, Friedrichstadt und Wilsdruffer Vorstadt, Cotta und Friedrichstadt-Südwest. Seine Gegenkandidatin wird die Landtagsabgeordnete Edith Franke, die Gründerin und Vorsitzende der Dresdner Tafel, sein. Hier liegt die CDU mit 24,8 zu 23 Prozent vor den Linken. Schreiber tritt im Wahlkreis 45 an, zu dem die Altstadt, Striesen-Süd, die Innere Neustadt, die Leipziger Vorstadt und Strehlen gehören. Gefährlichste Konkurrentin um das Direktmandat ist Linke-Stadträtin Kris Kaufmann. Hauchdünn ist der CDU-Vorsprung: 24,1 zu 24 Prozent.

Ergebnis-Projektion für die anderen 5 Wahlkreise, Angaben in Prozent:

  • WK 41:  27,0  vs.  21,0  –  Christian Hartmann     vs.  Valentin Lippmann (Grüne)
  • WK 42:  30,3  vs.  20,2 –  Christian Piwarz            vs.  Annekatrin Klepsch (Linke)
  • WK 43:  27,5  vs.   20,2  –  Aline Fiedler                 vs.  Gerhard Besier (Linke)
  • WK 44:  30,3  vs.  20,1  –  Martin Modschiedler   vs.  Tilo Wirtz (Linke)
  • WK 46:  29,7  vs.  21,5  –  Lars Rohwer                   vs.  André Schollbach (Linke)

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„Die Ergebnisse zeigen, dass wir einen sehr engagierten Wahlkampf führen müssen“, sagte CDU-Kreisvorsitzender Christian Hartmann auf  Anfrage. In der Vergangenheit habe die CDU bei Landtagswahlen aber immer besser abgeschnitten als auf kommunaler Ebene.

Im Wahlkreis von Hartmann, wo die CDU auf 27 Prozent kommt, sind die Grünen der härteste Konkurrent. Sie erzielten hier 21 Prozent der Stimmen. Direktkandidat für die Grünen ist Valentin Lippmann. Der Wahlkreis umfasst den Dresdner Norden, Teile der Neustadt und die Ortschaften Langebrück, Schönborn, Schönfeld-Weißig und Weixdorf. In den anderen vier Dresdner Wahlkreisen liegt die CDU in der Ergebnis-Projektion der Stadtratswahl mit sieben bis zehn Prozentpunkten vor den Linken.

In Dresden haben die CDU-Bewerber für den Landtag bisher eine lückenlose Erfolgsbilanz geschrieben. Seit 1990 wurden alle Direktmandate gewonnen. Auch ein Grund, warum die sieben Kandidaten aus Dresden beim Nominierungsparteitag im Januar 2014 auf einen Listenplatz verzichteten. „Wir gewinnen unsere Direktmandate oder wir finden nicht statt“, machte Hartmann den Anspruch klar. Eine Absicherung über die Landesliste, wie bei den Kreisverbänden aus Leipzig oder Chemnitz, habe die Dresdner Union nicht gewollt. „Ich sehe immer noch gute Chancen, dass wir auch in diesem Jahr alle unsere Direktmandate gewinnen“, fügte er hinzu.

Bis auf die Grünen im Wahlkreis 41 haben Bewerber anderer Parteien um die sieben Direktmandate kaum realistische Chancen. Dennoch ist die Projektion der Stadtratswahl-Ergebnisse auf die Landtagswahlkreise keine zuverlässige Prognose. Die Ergebnisse in der Vergangenheit haben gezeigt, dass ein Teil der Wähler bei Kommunalwahlen anders entscheidet als bei den Wahlen für Landtag oder Bundestag.

 

 

 

 

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