Leistner Diebesgut 1603

Polizei überführt Seriendieb – Lager mit mehr als tausend gestohlenen Teilen

Mehr als eintausend gestohlene Gegenstände in einem Gesamtwert von mehreren hunderttausend Euro hat die Dresdner Kriminalpolizei sichergestellt. „Das Diebesgut stammt aus Beutezügen über mehrere Jahre im gesamten Stadtgebiet“, erklärte heute Jürgen Leistner, Leiter des Einbruchskommissariats der Dresdner Polizei. Der Seriendieb, ein 33-jähriger Dresdner, sitzt bereits seit Januar 2017 in Untersuchungshaft.

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Mit dem gestohlenen Blattgold haben die Diebe eine Kamin „verschönert“. Foto: W. Schenk

Aufmerksame Zollfahnder hatten damals das Kennzeichen des Audi Q5 überprüft, mit dem der Mann unterwegs war. Es stammte von einem gestohlenen Citroen, der Audi selbst war im Dezember in Blasewitz entwendet worden.  Die Polizei machte den Audi wenig später in der Eisenbahnstraße/Ecke Antonstraße ausfindig und nahm den Fahrer fest. Er hatte keinen Führerschein dabei, dafür aber 40 Gramm Crystal. Auch der 36-jährige Beifahrer wurde festgenommen. Inzwischen sitzt auch die 28-jährige Lebensgefährtin des Seriendiebes in Untersuchungshaft. Ihr wird vorgeworfen, am Verkauf des Diebesgutes, zum Teil auch über das Internet, beteiligt gewesen zu sein.

„„Mit der Festnahme des 33-Jährigen ist uns ein Tatverdächtiger ins Netz gegangen, der offenbar über Jahre hinweg in Dresden sein Unwesen getrieben hat. Nun gilt es, die einzelnen Taten nachzuweisen und das Diebesgut den rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben“, sagte Leistner heute. Ob es sich um eine ganze Diebesbande handelt, könne zur Zeit noch nicht sicher gesagt werden.

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Einen Teil des Diebesgutes präsentierte die Polizei in der Schießgasse. Foto: W. Schenk

Die Kriminalisten hatten offenbar bei der Durchsuchung der Wohnung des Diebes Hinweise auf das Lager in der Meschwitzstraße im Industriegelände gefunden. Der etwa 80 Quadratmeter große Raum sei vollgestellt gewesen, sagte Leistner. Laptops, Werkzeuge, Motorräder, Fahrräder, Blattgold und fünf Kleiderständer mit wertvoller Mode, Autoreifen, hochwertige Heimelektronik und sogar große Heizstrahler lagerten dort in Regalen und auf dem Fußboden. Eine größere Auswahl an Schreckschusswaffen und sogenannten Anscheinwaffen wurde ebenfalls gefunden, ebenso eine E-Gitarre der Marke Fender Stratocaster. Offenbar war der 33-jährige Seriendieb auf hochwertige Produkte aus. Eines der Fahrräder mit Carbonrahmen koste neu etwa 12.000 Euro. Ein Plattenspieler für mehrere tausend Euro und Boxen für 1.500 Euro das Stück seien ebenfalls dabei gewesen. Zwei Tage hätten die Beamten benötigt, um alle Gegenstände zu sichern und abzutransportieren.

„Einen Teil des Diebesgutes haben wir inzwischen etwa 30 Straftaten zugeordnet“, erläuterte Leistner. So stammte Kleidung im Wert von etwa 50.000 Euro aus einem Einbruch in der Dresdner Neustadt im Oktober 2015. Rund 20 Pistolen und Gewehre konnten einem Einbruch in der Wallstraße zugeordnet werden. Das Blattgold im Wert von mehreren tausend Euro war von einem Einbruch in Strehlen. Mit einem Teil davon hatten sich die Diebe einen Kamin und einen Heizstrahler vergoldet. Das Diebespaar habe offenbar von den Diebstählen gelebt, „und das nicht schlecht“, meinte Leistner. Allein das Bett in der Wohnung in der Altstadt habe 12.000 Euro gekostet. Auch teure Heimelektronik habe man gefunden. Die Miete für den langfristig angemieteten Lagerraum sei nach Auskunft des Vermieters immer mit Bargeld bezahlt worden.

Auf die Frage, ob sich jetzt Opfer von Einbrüchen bei der Polizei melden können, reagierten Leistner und Polizeisprecher Marko Laske zurückhaltend. „Es gibt keine Hotline“, sagte Laske. Die Beamten würden jetzt Schritt für Schritt das Diebesgut mit den Einbruchmeldungen abgleichen und auf die Eigentümer zugehen. Laske bat die Geschädigten noch um etwas Geduld.

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